Eva Cassidy: mit Covers posthum zum Welterfolg

Louis Armstrongs «What a Wonderful World» zu covern ist ein mutiges Unterfangen. Eine, die es erfolgreich gewagt hat, ist die vor 17 Jahren verstorbene Sängerin Eva Cassidy.

Die Sängerin Eva Cassidy mit Strohhut.

Bildlegende: Eva Cassidy verzauberte posthum Millionen von Menschen mit ihren gefühlvollen Coversongs. ZVG

George David Weiss und Bob Thiele haben «What A Wonderful World» in den 1960er-Jahren extra für Louis Armstrong geschrieben. Imposant und unverkennbar singt er von den Schönheiten des Lebens. Das Wahnsinnsorgan des Jazztrompeters lässt Nachahmer rasch verblassen.

Das gilt nicht für Eva Cassidy. Die Amerikanerin singt mit glasklarer, zarter Stimme, begleitet von sanften Gitarrenklängen. Sie wählt eine ganz eigene Gesangslinie, ohne das Stück zu entfremden.

Cassidy singt ausschliesslich Coversongs, immer in ihrem eigenen, melancholischen Stil. Zeit ihres Lebens erlangt sie damit keine Berümtheit. Nach ihrem Tod veröffentlicht ein kleines Plattenlabel zehn ihrer gefühlvollen Coversongs auf dem Album «Songbird».

«What A Wonderful World» zum Abschied

2001 spielt BBC Radio ihre Version von «Somewhere Over The Rainbow» - und die Platte stürmt die Hitparade. Inzwischen sind drei weitere Alben mit Archivaufnahmen der Sängerin erschienen.

Eva Cassidy starb mit 33 Jahren an Hautkrebs. An ihrem letzten Konzert, kurz vor ihrem Tod, sang sie ein letztes Mal von den Schönheiten des Lebens und verabschiedete sich mit «What a Wonderful World» vom Publikum.

Über die Serie

Cover-Versionen werden in der Musik oft belächelt. Aber manchmal überragt die Kopie das Original sogar. SRF Kultur präsentiert in der Serie «Covermania» einige besonders gelungene Covers.