Japsen, leiden und jammern: «Feeling Good» von Muse

Muse interpretiert «Feeling Good» düster, mächtig und melodiös – und trifft damit den Nerv von Musikredaktorin Mariel Kreis. Die Originalversion aus einem britischen Musical von 1964 kennen wahrscheinlich nur wenige.

Die Band Muse auf der Bühne.

Bildlegende: Die britische Band Muse bei den MTV European Music Awards 2012 in Frankfurt. Keystone

Faszination pur – diese Zuversicht in den schwermütigen Beats, aber auch im nachdenklichen Minimalismus. Und Matthew Bellamys unverwechselbare Stimme: japsend, leidend, jammernd, schmerzvoll. Man liebt sie oder hasst sie.

Den Text streichelt die britische Band Muse mal mit einer Feder, mal schlagen sie mit dem Holzhammer drauf. Aber immer lassen sie den Worten genau den Raum, den sie brauchen.

Das Original – ein Song aus dem britischen Musical «The Roar of the Greasepaint - The Smell of the Crowd» von 1964 – ist dramaturgisch ähnlich angelegt. Eine nackte Stimme zu Beginn, erst beim ersten Refrain springen Instrumente rein: Kein Holzhammer, sondern Flöte und Gitarre – zu pathetisch? Sicherlich jazzig verspielt, die Melodie schwer zu fassen.

Nina Simone macht ihn bekannt

Greifbar macht sie Nina Simones Coverversion – nicht die erste, aber eine der bekanntesten. Wie gewohnt: voll und dunkel die Stimme der Überlady, viele Pausen, in denen ihre Stimme gedanklich nachhallt. Sie ersetzt die Flöte mit einer Bläserfraktion.

Auf die Version von Nina Simone folgen rund 40 andere Covers. Michael Bubblé, Eels, George Michael... Aber auch zerschnipselt und gesampelt von Lil Wayne oder Jay-Z.

Nina Simone und viele anderen in allen Ehren: Die Version von Muse trifft einfach meinen Nerv.

Über die Serie

Cover-Versionen werden in der Musik oft belächelt. Aber manchmal überragt die Kopie das Original sogar. SRF Kultur präsentiert in der Serie «Covermania» einige besonders gelungene Covers.