Katie Melua wickelt «Just like Heaven» in rosa Bonbonpapier

Zu süss und klebrig findet Kulturredaktorin Jennifer Khakshouri die Musik von Katie Melua. Bis ihr Meluas Version des Gothic-Hits «Just like Heaven» zu Ohren kommt.

Katie Melua mit Gitarre am Mikrofon.

Bildlegende: Katie Melua machte aus dem Gothic-Hit «Just like Heaven» von The Cure eine sanfte Akustikversion. Keystone

Katie Melua, das ist die britisch-georgische Sängerin, die mit «9 Million Bycicles in Bejing». Mit diesem Song landete sie einen Hit. Dieses Stück gehörte nicht zu meinen liebsten, es klebte in meinen Ohren und nervte mich. Süss wie ein Bonbon, verpackt in rosa Papier mit silbrig glitzernder Schleife. Doch eine Freundin versprach mir, die anderen Songs von Katie Melua seien viel besser.

Ich schob also halbherzig die geliehene CD in meine Anlage und liess sie im Hintergrund laufen – und da tauchte dieser Song auf. Er kam mir so wahnsinnig bekannt vor. Er erinnerte mich an tiefschwarzen Kajal und toupierte Haare, rote Lippen und rauchige, düstere Lokale.

Frei vom «Rock-Pomp»

Auf einmal begriff ich, von wem der Song wirklich war: The Cure. Es ist ein Hit der 80er-Jahre, immer wieder flimmerte der Song bei MTV über die TV-Bildschirme. Synthesizer, Bass, Schlagzeug und Gitarre, dazu die eigenartige Stimme aus dem rotgeschminkten Mund von Robert Smith, der versprach, mit seiner Liebsten durchzubrennen.

Nun, fast 20 Jahre später dieses Cover. Filigran, frei vom «Rock-Pomp». Reduziert, die Stimme und Gitarrenklänge im Spotlight. Der Originalsong von The Cure hallt in meinen Ohren immer mit, wenn ich Katie Meluas Version von «Just like Heaven» höre. So ignoriere ich gut und gern, dass die CD zur Perfektion produziert ist und für die einen oder anderen Ohren ein bisschen glänzt und glitzert wie Bonbonpapier.

Über die Serie

Cover-Versionen werden in der Musik oft belächelt. Aber manchmal überragt die Kopie das Original sogar. SRF Kultur präsentiert in der Serie «Covermania» einige besonders gelungene Covers.