Franz Ferdinand & Sparks: Mit Ironie und Witz zum Album

Die schottische Band Franz Ferdinand und die Synthie-Popgruppe Sparks haben sich unter dem Namen «FSS» für ein Musikprojekt zusammengeschlossen. Mit viel Witz, Ironie und dem Beweis: Musikalische Zusammenschlüsse können funktionieren. Selbst, wenn fast drei Jahrzehnte zwischen den Bands liegen.

Die Bandmitglieder von Sparks und Franz Ferdinand.

Bildlegende: Sparks und Franz Ferdinand: Fast 30 Jahre Altersunterschied hindern nicht daran, zusammen Musik zu machen. Promo

Wenn FFS – das gemeinsame Musikprojekt von Franz Ferdinand und Sparks – den Song «Collaborations don't work» anstimmen, dann schwingt unweigerlich Ironie und Witz mit. Denn das war der Song, mit dem die Zusammenarbeit zwischen den beiden Musikgrössen begann: zwischen Sparks, den Gallionsfiguren des Synthie-Pop und Glam-Rock in den 1970er-Jahren, und Franz Ferdinand, den Indie-Rockern, die in den Nullerjahren einen Senkrechtstart hinlegten. Eine Zusammenarbeit, die zuerst vorwiegend im Internet stattfand. Übers Netz schickte man sich gegenseitig Liedtexte zu und als die Song-Zeilen «Collaborations don't work» auf dem Bildschirm von Franz-Ferdinand-Sänger Alex Kapranos erschienen, war das Eis endgültig gebrochen und die vier Schotten beflügelt von dieser ironischen Geste.

Mit Idolen Musik machen

Sparks, die exzentrischen Brüder Ron und Russell Mael, die anfangs der 70er-Jahre ihre grössten Erfolge mit Songs wie «This town ain't big enough for both of us» feierten, gehen ihren musikalischen Weg seit vierzig Jahren unbeirrt und exzentrisch, sich selbst treu bleibend.

Ron und Russell Mael stehen mit Alex Kapranos um ein Mikrofon.

Bildlegende: Wenn man mit seinen Idolen Musik macht: Ron und Russell Mael von Sparks mit Alex Kapranos von Franz Ferdinand. SRF

Das hat auch die Jungs von Franz Ferdinand fasziniert. An ihrer allerersten Probe – wohl noch nicht ahnend, welch Erfolg auf ihren Erstling wartet – sollen sie den Sparks-Song «Achoo» gecovert haben.

Dass Sparks zu ihren Idolen gehören, daraus machten Franz Ferdinand auch in Interviews kein Geheimnis. Das wiederum kam auch Ron und Russell Mael zu Ohren und kurzerhand luden sie ihre jungen Bewunderer zu sich nach Los Angeles ein. Die Idee, gemeinsam ein Musikprojekt zu realisieren, entstand. Noch sollte es aber fast ein Jahrzehnt dauern, bis dem Vorhaben erste Töne entsprangen.

Ironischerweise brachten die Zahnschmerzen von Alex Kapranos im Frühjahr 2013 neuen Wind in die FFS-Segel. Denn als dieser in San Francisco auf der Suche nach einem Zahnarzt umherirrte, standen auf einmal die Mael-Brüder hinter ihm. Nach diesem zufälligen Treffen auf der Strasse begannen die beiden Bands endgültig, sich gegenseitig Songs zu schicken.

Ein Album war nie geplant

Dabei war eine solche Zusammenarbeit mit anderen Musikern gerade für die beiden Urgesteine Sparks Neuland. Ron Mael: «Wir waren es nicht gewohnt, so intensiv mit einer anderen Band zusammen an Songs zu schreiben. Das ist unsere erste Zusammenarbeit in dieser Form.»

Dass daraus je ein Album entstehen würde, war nicht geplant. Umso grösser die Überraschung, über das, was durch den Austausch allmählich entstand. «Auf einmal hatten wir sechs, sieben Songs beieinander und realisierten: Hey, die sind gut! Es waren nicht einfach zwei Bands, die zusammen Musik machten, sondern was hier entstand, war etwas neues, etwas eigenes», erinnert sich Alex Kapranos.

Also holte man Star-Produzenten John Congleton ins Boot und verschwand für 15 Tage ins Studio. Heraus kam ein Album, das zwar keinen Namen hat, aber dennoch beweist: Zusammenarbeit zwischen Musikern kann bestens funktionieren.

CD-Hinweis

CD-Hinweis

FSS. Domino Records, 2015.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • FFS - Wenn Zusammenarbeit (nicht) funktioniert

    Aus Kulturplatz vom 10.6.2015

    Drei Jahrzehnte liegen zwischen den Bands Sparks und Franz Ferdinand. Das hat die exzentrischen Synthie-Pop-Musiker aus den Siebziger- und die Indie-Rocker aus den Nullerjahren nicht daran gehindert zusammenzuspannen. Daraus entstanden ist das Generationen und Kontinenten übergreifende Projekt FFS. Eineinhalb Jahre hatte der Mailverkehr gedauert, dann nahmen die «Urgesteine» aus Kalifornien und die «Jungspunde» aus Schottland in wenigen Tagen ein gemeinsames Album auf. Darauf behaupten sie: «Collaborations don't work» (Zusammenarbeit klappt nicht). Koketterie oder Erkenntnis?

    Stephanie Elmer

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