Herausragend vielseitig: der Trompeter Daniel Schenker

Ob als Leiter seines eigenen Quartetts, als Gast vor oder als Satzspieler in einer Big Band: Daniel Schenker ist ein herausragender Trompeter – vielseitig, virtuos und ohne Effekthascherei.

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Haben Sie Töne, Daniel Schenker?

2:50 min, vom 23.9.2013

Daniel Schenker ragt heraus – als Mensch, mit seinen fast zwei Metern Körpergrösse, aber auch als Trompeter. Kaum ein anderer Trompeter in der Schweiz ist so vielseitig auf so hohem Niveau unterwegs wie er, der «man for all sessions».

Und als Mann für jede Session ist er auch über seine grosse musikalische Liebe gestolpert, damals, vor rund 20 Jahren: Als Ersatzmann in der Band von Herbie Kopf spielt er eine Tournee in Brasilien – und verliebt sich in diesen Wochen über beide Ohren in die brasilianische Musik.

Informatik und Jazz

Wieder zu Hause, spielt er dann bald einmal mit den Besten der Schweizer Brasil-Szene und erweitert seine Plattensammlung um viele brasilianische Kostbarkeiten von Rosa Passos, Ivan Lins, oder Elis Regina. Aber das ist nur die Hälfte der Geschichte – oder nicht einmal die Hälfte.

Denn eigentlich studierte Daniel Schenker ja Informatik an der ETH Zürich. Aber die Trompete, die er als 10-Jähriger zu spielen begann, liess ihn einfach nicht los. Und so folgte auf die ETH Zürich die Jazz Schule Bern. Und dann eben die Tour in Brasilien, verschiedene Aufenthalte in New York und Konzerte mit vielen grossen Namen und in unzähligen Projekten, nicht zuletzt in der Big Band von Bill Holman.

Big Bands, Schliermer Chind und das eigene Quartett

Bill Holman, den genialen Komponisten und Arrangeur, zählt Daniel Schenker klar zu seinen Lieblingskomponisten. Die Big Band ist überhaupt seine Herkunft und auch immer wieder ein wichtiges Betätigungsfeld, etwa als Gast bei der Big Band de Fribourg oder immer wieder im ZJO, das er 2013 ad interim auch leitet.

Neben der Big Band aber ist Daniel Schenker in fast jeder denkbaren Situation anzutreffen, hinter den Schliermer Chind, in verschiedenen Bands von Christoph Merki, Herbie Kopf oder Adrian Frey, und seit gut zehn Jahren auch mit seinem eigenen Quartett und mit den eigenen Stücken, zuerst mit der Platte «Iridium» (2003), etwas später mit «Soundlines» (2006) und zuletzt mit einer CD, mit der er an sein positives Schockerlebnis in Brasilien angeknüpft hat: «Jardim Botânico.» Egal, welches Gewächs Daniel Schenker als nächstes anpflanzt in seinem Musikgarten: Es wird Früchte tragen.

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