Hitze-Hits: Vier Sommersongs mit Langzeitwirkung

Er gehört zu jedem anständigen Sommer wie die Badehose und der Schirmchendrink: der Sommerhit. Jetzt, wo der Sommer langsam das Schirmchen zumacht, ist Zeit für die Frage: Welche Musik begleitet uns durch die heissen Tage? Vier zeitlose Sommerhits aus der SRF-Musikredaktion.

Sommerhits 2016

    • 1.
      Stan Getz, Joao Gilberto: «The Girl From Ipanema»

      Nachdem das brasilianische Supermodel Gisele Bündchen zu diesem federnden Bossa-Nova-Klassiker bei der Olympia-Eröffnungsfeier über die gigantische Bühne des Maracanã-Stadion stolzierte, schossen die Streamingzahlen auf Spotify in die Höhe: um sagenhafte 1200 %. Ein verdienter zweiter Sommer für einen Song, der ein Postkarten-Idyll von Sommer, Sonne, Strand und Liebe so liebevoll wie nur wenige andere zeichnet.

      (Mariel Kreis)

    • 2.
      Julian Lage: «Persian Rug»

      Als Wunderkind hatte Julian Lage sofort einen hervorragenden Draht zu den sechs Saiten, spielte schon als 8-Jähriger auf der Gitarre Bach. Aber hinter dem Kopf. Andere mit so viel Talent würden vielleicht belanglos. Lage umtänzelt auch dieses Hindernis mit Bravour. Gerade auf seinem aktuellen Album, wo er alles Mögliche vermischt, Country und Blues und Jazz. Lage ist jederzeit Herr der Lage, nie beliebig, aber witzig, musikalisch, souverän. Herrlich.

      (Jodok Hess)

    • 3.
      Jojo Abot: «Pi Lo Lo»

      Manchmal macht Hitze melancholisch. Dann wird’s kompliziert mit den Sommerliedern, schliesslich sollen die ja munter und sonnendurchflutet das Drink-Schlürfen rhythmisieren. Aber zum Glück gibt’s die hypnotische Stimme und düstere Afro-Elektronik der ghanaischen Sängerin Jojo Abot. «Pi Lo Lo» heisst mein Sommer-Melancholie-Hit, «Pi Lo Lo» heisst auch das Kinder-Versteckspiel in Abots Muttersprache Ewe. Das sehe ich als Einladung: Im Retro-Sommerkleid mit meinem iPod verstecke ich mich hinter einem schattigen Baum, hänge meinen Erinnerungen nach und hoffe, dass mich so schnell niemand entdeckt.

      (Theresa Beyer)

    • 4.
      Cory Henry: «I Want to Be Ready»

      Es war ein gemütlicher Sonntagmorgen im Frühsommer, und ich hörte das Gospelstück «I Want to Be Ready» mit dem US-Hammondorganisten Cory Henry zum ersten Mal. Was für ein Ohrwurm! Ich konnte mich nicht satthören an dieser eingängigen, knackigen Melodie. Und ich wünschte mir immer noch eine – und noch eine – Wiederholung. Cory Henry improvisiert über zehn Minuten lang mit diesem Motiv, entwickelt es ständig weiter und findet immer wieder eine neue Variation. Man braucht nicht religiös zu sein, um bei diesem Stück laut «Hallelujah» zu rufen.

      (Roman Hosek)

Welches war Ihr Sommerhit 2016? Wir sind gespannt auf Ihre Songtipps zum Sommer.