Hopp, Hip-Hop: von der Bronx ins Weisse Haus

New York setzt dem Hip-Hop ein Denkmal: Ein Abschnitt der Sedgwick Avenue im Stadtteil Bronx soll künftig Hip-Hop-Boulevard heissen. Dort wurde der Musikstil 1973 geboren. Wir erzählen, wie es dazu kam und verfolgen die Geschichte des Hip-Hop weiter – mit Halt an sieben wichtigen Stationen.

    • 1.
      Kool Herc (1973)
      Wegen ihm hat New York bald einen Hip-Hop-Boulevard: Kool Herc, mit bürgerlichem Namen Clive Campbell. An einer Geburtstagsparty in der Sedgwick Avenue beginnt er 1973 als Erster, Songs nicht mehr als Ganzes zu spielen. Stattdessen reiht er die besten Rhythmuspassagen mehrerer Platten zu einem durchgehenden Beat aneinander – im Fachjargon sogenanntes «Break DJing». Damit schafft er den Prototyp dessen, was heute als Hip-Hop-Musik bekannt ist.
      Ein dunkelhäutiger Mann im Profil – mit weisser Mütze und Brille.

      Bildlegende: Zu seinen legendären Block-Partys kamen Bewohner der ganzen Bronx, die damals von Gang-Streitigkeiten zerrissen war. Getty Images

    • 2.
      The Sugarhill Gang: «Rappers Delight» (1979)
      Mit dem Song «Rapper's Delight» macht das US-amerikanische Trio The Sugarhill Gang Hip-Hop richtig hip. Als die Single 1979 erscheint, katapultiert sie schwarze Strassenkultur mit einem Schlag ins Scheinwerferlicht: «Rappers Delight» wird die erste Rap-Single in den US-Charts und die erste Hip-Hop-Platte, die Gold einspielt.
      Ein dunkelhäutiger Mann auf der Bühen, die Arme ausgestreckt, im Gesicht ein Lachen.

      Bildlegende: Mit «Rappers Delight» bewiesen The Sugarhill Gang (im Bild: Master Gee), dass Hip-Hop kommerzielles Potenzial besitzt. Flickr/Tramlines Festival/Jenny McCambridge

    • 3.
      Run DMC: «Raising Hell» (1986)
      Das Album «Raising Hell» von Run DMC wird 1986 zum Millionseller und Run DMC zur ersten Rap-Gruppe, die Platinstatus erreicht. Bemerkenswert ist der Song «Walk this way»: Er gilt als eines der ersten Crossover-Lieder überhaupt. Mühelos vereint die Band darin die Genres Hip-Hop und Hardrock.
      Drei dunkelhäutige Männer mit schwarzen Hüten und schwarzen Lederjacken.

      Bildlegende: Run DMC waren die ersten Rapper, die ihre Handabdrücke auf Hollywoods Walk of Fame hinterlassen durften. Reuters

    • 4.
      Beastie Boys: «Paul's Boutique» (1989)
      Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Hip-Hop: «Paul's Boutique». Das zweite Album der Beastie Boys beeindruckt mit zahlreichen Samples. Zwar lockt es weniger Käufer an. Rückblickend jedoch lässt sich sagen: Dieses Album war der künstlerische Grundstein zur späteren Karriere der Beastie Boys.
      Drei junge Männer, der in der Mitte hat die Arme verschränkt, die beiden aussen zeigen mit dem Finger in die Kamera.

      Bildlegende: Weisse Jungs, die Hip-Hop produzieren? 1987 kaum vorstellbar. Trotzdem: Die Beastie Boys hatten von Anfang an Erfolg. Reuters

    • 5.
      Lauryn Hill: «The Miseducation of Lauryn Hill» (1998)
      1998 ist ihr Jahr: Die US-amerikanische Sängerin Lauryn Hill veröffentlicht ihr erstes Soloalbum, «The Miseducation of Lauryn Hill», – ein revolutionäres Kunststück, das Hip-Hop, Soul und Reggae gekonnt zusammenbringt. Fünf Grammys gewinnt Lauryn Hill damit, mehr als je eine Frau zuvor.
      Eine dunkelhäutige Frau mit geringelter Mütze hält sich den Zeigefinger ans Ohr, als ob sie nichts hören würde.

      Bildlegende: Februar 1999 im Fox Theater in Detroit: Lauryn Hill eröffne ihre erste Solo-Tournee – der Höhepunkt ihrer Karriere. Keystone

    • 6.
      Jay-Z: «Dirt off Your Shoulder» (2003)
      «Dirt Off Your Shoulder» ist die zweite Single aus Jay-Zs Album «The Black Album». Sie erreicht sogar US-Präsident Barack Obama. 2008 bezieht er sich in seiner Vorwahlkampagne auf den Song – und putzt sich in einer Rede unter tosendem Applaus den Staub von der Schulter.
      Obama und Jay-Z reichen sich auf der Bühne die Hand.

      Bildlegende: Jay-Z unterstützt Barack Obama seit Langem in seinem Wahlkampf. Reuters

    • 7.
      Frank Ocean: «Channel Orange» (2012)
      Mit seinem Debütalbum «Channel Orange» vermischt Frank Ocean nostalgischen Soul mit Hip-Hop-Beats, Electro-Elementen und Pop-Melodien. Doch der junge Kalifornier begeistert – besonders die Medien – nicht nur mit seiner Musik. 2012 gesteht er via Tumblr, dass er als 19-Jähriger eine Liebesaffäre mit einem Mann hatte. Der Aufstand bleibt. Stattdessen wird Ocean mit Anerkennung überschüttet. Der bedeutende Musikunternehmer Russell Simmons nennt das Outing einen «grossen Tag für den Hip-Hop».
      Ein dunkelhäutiger, junger Mann mit kurzem Haar und einer Kaputzenjacke, er schaut ernst.

      Bildlegende: Frank Ocean schreibt Songs für Grössen wie Brandy, John Legend und Justin Bieber. Reuters

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 29.2.2016, 7:02 Uhr.