Jazz in Willisau: Die fünf besten Live-Aufnahmen

Willisau und der Jazz! Die Liebe währt jetzt schon weit über 40 Jahre. Da kommt einiges zusammen. Gute Tage, schlechte Momente. Und Highlights – jede Menge. Hier kommt die persönliche Empfehlung von Jazzredaktor Peter Bürli: Seine liebsten Live-Mitschnitte aus 40 Jahren.

Konzertsaal in Willisau.

Bildlegende: Willisau und sein Jazz – eine Liebe, die schon weit über 40 Jahre dauert und immer noch frisch ist. Keystone

Die besten fünf Live-Mitschnitte

    • Portrait John Tchicai

      Bildlegende: John Tchicai spielte 1975 zusammen mit Irène Schweizer, Buschi Niebergall und Makaya Ntshoko. Keystone

      John Tchicai, Irène Schweizer, Buschi Niebergall, Makaya Ntshoko

      «Willi The Pig» (Atavistic, Rec 1975). Die Mutter aller Willisau-Mitschnitte entstand an dieser frühen Festival-Ausgabe. Klanglich etwas rau, aber nicht minder herzlich. Der dänische Saxofonist John Tchicai und die Schweizer First Lady des Jazz geben hier alles, was das Festival in den folgenden Jahren ausmachte: Jazz, befreit von fixen Strukturen und hoch energetisch.

    • Portrait Chick Corea.

      Bildlegende: Chick Corea spielte 1984 zusammen mit Miroslav Vitous und Roy Haynes. Keystone

      Chick Corea, Miroslav Vitous, Roy Haynes

      «Trio Music Live In Europe» (ECM, Rec 1984). Der amerikanische Meisterpianist lebte in den 70er-Jahren eine Weile in der Gegend von Willisau und hatte immer einen speziellen Draht zu dieser Veranstaltung, die stilistisch vielleicht nicht immer auf seiner Linie lag. Mit seinen kongenialen Trio-Kollegen Miroslav Vitous und Roy Haynes, mit denen er schon den Klassiker «Now He Sings, Now He Sobs» eingespielt hatte, wuchs er im Luzerner Hinterland über sich hinaus.

    • Portrait John Zorn.

      Bildlegende: John Zorn spielte 1987 zusammen mit George Lewis und Bill Frisell. Keystone

      John Zorn, George Lewis, Bill Frisell

      «News For Lulu» (hatOLOGY, Rec 1987). Wahrscheinlich der international bekannsteste Willisauer Mitschnitt. John Zorn, das Enfant terrible der New Yorker Downtown-Szene, präsentierte hier mit dem Posaunisten George Lewis und dem Gitarristen Bill Frisell eine astreine Hard-Bop-Hommage an Komponisten wie Hank Mobley, Kenny Dorham, Sonny Clark und Freddie Redd. Eine absolute Sternstunde.

    • Portrait Cecil Taylor.

      Bildlegende: Cecil Taylor spielte sein «The Willisau Concert» im Jahr 2000. Keystone

      Cecil Taylor

      «The Willisau Concert» (Intakt, Rec 2000). Der Mitschnitt, den der Hauptdarsteller zu verhindern suchte. Cecil Taylor schlich sich an diesem Nachmittag auf die Bühne, als das Publikum noch von der Pause in die Festhalle strömte. Und er legte ohne Ansage gleich los. Hätte nicht ein Radiotechniker (Danke, Roli Meyer!) geistesgegenwärtig auf die Aufnahmetaste gedrückt, wäre der erste Take von gut fünfzig Minuten verloren gewesen. Vielleicht hat ihn die Aktion ja beflügelt. Der Set ist jedenfalls an Intensität nicht zu überbieten.

    • Richard Galliano mit Bandoneon

      Bildlegende: Richard Galliano spielte 2002 zusammen mit seinem Septet «Piazzolla Forever» Keystone

      Richard Galliano Septet

      «Piazzolla Forever» (Dreyfus, Rec 2002). Ganz und gar aus der Reihe tanzt der französische Akkordeonist Richard Galliano in dieser Serie. Mit seinem Septett bot er eine edel arrangierte, und hoch inspiriert gespielte Hommage an die Tango-Nuevo-Legende Astor Piazzolla. Das ist nicht der Stoff, der normalerweise an diesem Festival geboten wird. Und vielleicht gerade deswegen so toll nachzuhören.

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