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Neues Webportal Die Schweizer Musiklandschaft geht online

Das neue Webportal Swissmusic sammelt Informationen zum Schweizer Musikschaffen und macht diese frei zugänglich. Was ist neu gegenüber anderen Plattformen?

Der junge Musiker Faber raucht eine Zigarette vor dem Matterhorn.
Legende: Hat noch keinen Eintrag auf der neuen Musikseite, gehört aber dahin: der Schweizer Sänger Faber. Keystone

Ein Porträt über einen neuen «digitalen Konzertclub» in Zürich, eine Konzertkritik oder ein Bericht zu einem Volksmusikfestival – all das findet man auf dem neuen Webportal Swissmusic.ch, Link öffnet in einem neuen Fenster. Gespickt mit Konzerthinweisen, Bildern, Videos und weiterführenden Links.

Berichte und kuratierte Playlists

Das Angebot ist übersichtlich aufbereitet: Im redaktionellen Teil berichten unabhängige Journalistinnen und Journalisten über das Schweizer Musikschaffen , neue Veranstaltungen und Projekte. In kuratierten Playlists können die Nutzer schweizerische Produktionen und Neuerscheinungen entdecken.

Links ermöglichen den Zugriff auf Datenbanken, Archive und Bibliotheken – etwa das Portal Schweizer Volksmusik, Link öffnet in einem neuen Fenster, Mx3, Link öffnet in einem neuen Fenster oder die Schweizerische National Phonothek., Link öffnet in einem neuen Fenster

Betrieben und finanziert wird Swissmusic von der Fondation Suisa und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Die Plattform richtet sich an Fachleute und Branchenvertreter aus dem In- und Ausland und an ein musikinteressiertes Publikum. Jazz- und Popfans werden hier ebenso fündig wie das klassische Konzertpublikum.

Eine umfassende Plattform ohne Genregrenzen

«Sämtliche Institutionen, die sich hierzulande für das Musikleben engagieren, finden hier eine gemeinsame Plattform», sagt Andri Hardmeier, Fachbereichsleiter Musik bei der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia. Das sei etwas völlig Neues.

«Die einzelnen Sparten sind untereinander zwar gut vernetzt, es gibt aber keine umfassende Plattform, die über das gesamte Musikschaffen der Schweiz berichtet», so Hardmeier. Mit Swissmusic soll sich das ändern.

Swissmusic will diese Lücke füllen

Damit wirkt Swissmusic einem Trend entgegen. Die Schweizer Musik verliert immer mehr ihre Schaufenster, sagt Hardmeier. So produziert Musiques Suisses, das CD-Label des Migros-Kulturprozent, keine neuen Aufnahmen mehr und das Plattenlabel Grammont hat eine CD-Reihe mit Porträts zeitgenössischer Schweizer Komponisten gestoppt.

Swissmusic will diese Lücke füllen. Dort kann man Schweizer Uraufführungen und Neuerscheinungen quer durch alle Genres anhören. Zumindest bald. Denn das Portal ist erst seit vier Wochen online – und darum noch etwas mager bestückt.

Das Portal sei nicht als musikalisches Archiv gedacht, sagt Hardmeier, sondern soll sich stetig weiterentwickeln, lebendig sein. Darum werde es laufend aktualisiert und ergänzt. «Das Ziel ist, dass Swissmusic irgendwann, in einem halben Jahr oder einem Jahr, zu einer umfassenden Informationsseite zur Musik hierzulande wird.»

Keine Promotionsseite?

Doch inwiefern haben bei der Auswahl die Initianten Pro Helvetia und die Fondation Suisa ihre Finger im Spiel? Besteht nicht die Gefahr, dass da nur Projekte von Pro Helvetia bevorzugt werden?

«Nein, das soll es ausdrücklich nicht geben», betont Hardmeier. «Swissmusic ist keine Promotionsseite. Ein Pool von unabhängigen Journalistinnen und Journalisten berichtet hier darüber, was sie als relevant empfinden im aktuellen Schweizer Musikschaffen. Und nicht darüber, was eine Förderinstitution für relevant hält.»

Sicher schlummert ein Potential im neuen Webportal, das bisher noch bei Weitem nicht ausgeschöpft ist. Bleibt die Frage, was die Musiker selbst von der Seite haben werden.

Ob das Webportal beim Publikum eine Chance hat, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Letztendlich ist diese Plattform nur ein Angebot. Vernetzen müssen sich die jeweiligen Institutionen und Musiker weiterhin selbst.

Sendung: SRF 2 Kultur, Kultur aktuell, 17.11.2017, 17.22 Uhr

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