Paco de Lucía: Der Meister und Erneuerer des Flamenco ist tot

Der Gitarrist Paco de Lucía ist im Alter von 66 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Der Spanier galt als Grossmeister des Flamenco, der die traditionelle Musik mit Klassik und Jazz verschmolz.

Nahaufnahme des Gitarristen Paco de Lucia.

Bildlegende: Er spielte immer auf den Punkt und bis zur Erschöpfung: Der spanische Gitarrist Paco de Lucía. Reuters

Paco de Lucía galt als brillanter Techniker. Und er wurde auch über den Flamenco hinaus als herausragender Gitarrist beachtet. Er brannte für den Flamenco, musizierte unermüdlich bis zur Erschöpfung. Trotz seiner zahlreichen Auftritte wurde de Lucía nie zum Routine-Musiker, sondern spielte bei jedem Konzert immer auf den Punkt.

Verbindung zur Klassik und zum Jazz

Paco de Lucía war ein Pionier darin, den traditionellen spanischen Musikstil mit zeitgenössischer Musik zu verbinden. So brachte er den Flamenco mit Klassischer Musik und mit Jazz zusammen. Obwohl er keine Noten lesen konnte, schuf er vielbeachtete Interpretationen klassischer Kompositionen wie dem «Concierto de Aranjuez», das er gemeinsam mit dem Komponisten Joaquín Rodrigo aufnahm.

Der Spanier spielte auch mit Jazz-Grössen wie Chick Corea oder John McLaughlin. Mit Letzterem bildete er gemeinsam mit Al Di Meola ein Gitarren-Trio, das drei Alben aufnahm. Auch mit Popmusik hatte Paco de Lucía keine Berührungsängste – gemeinsam mit Bryan Adams landete er 1995 mit dem Song «Have You Ever Really Loved a Woman» einen weltweiten Hit.

Überraschender Tod

Paco de Lucía hatte im kommenden November noch zwei Konzerte in der Schweiz geplant. Doch er verstarb überraschend an einem Herzinfarkt. Der 66-Jährige sei gestorben, als er mit seinen Kindern am Strand von Cancún in Mexiko spielte, berichtet die spanische Nachrichtenagentur efe.