Prince: Megahits und unbekannte Perlen

Musiker und Popstar Prince hinterlässt ein immenses Gesamtwerk mit fast 50 Alben. Neben seinen kommerziellen Megahits gibt es zahlreiche weniger bekannte Perlen – und die beweisen einmal mehr: Prince war einer der talentiertesten Musiker und Songschreiber überhaupt. Diese Songs bleiben unvergessen.

Ein Mann in einem Samtmantel spielt Gitarre (im Profil) un dmacht grosse Augen.

Bildlegende: Popstar Prince (1958–2016): Mit Songs wie «Purple Rain» und «Kiss» hat er Musikgeschichte geschrieben. Keystone

    • Ein Mann mit Afrolocken im violetten Scheinwerferlicht.

      Bildlegende: Prince am 47. Montreux Jazz Festival, 2013. Keystone

      Purple Rain (1984)

      «Purple Rain» ist wahrscheinlich das bekannteste Prince-Stück. Viele Fans kennen den Song und jeden Klang, der darin vorkommt, in- und auswendig. Was weniger bekannt ist: «Purple Rain» ist keine Studioproduktion, sondern ein editierter Live-Mitschnitt.

      «Purple Rain» (YouTube)

    • Sometimes It Snows In April (1985)

      Sometimes It Snows In April (1985)

      Eine der schönsten Balladen, die Prince geschrieben hat – intim und unendlich traurig. Auch diese Aufnahme ist sehr roh und kommt lediglich mit Stimme, Gitarre und Klavier aus. Man hört das Rutschen auf den Gitarrenseiten und teils auch das Knacken eines Stuhls. Der Refrain ist ein kleiner Geniestreich und enthält zwei leicht dissonante Harmonien, die das Ohr des Hörers kitzeln.

      5:59 min

    • Ein Mann mit geschminkten Augen und besonderer Bartrasur wirft eine Kusshand.

      Bildlegende: Prince wirft der Menge eine Kusshand zu in der Meadowbank Arena in Edinburgh, Schottland. Reuters

      Kiss (1986)

      Ein typischer Prince-Song mit den charakteristischen und rohen Schlagzeugrhythmen. Die Lücken dieses sehr reduzierten Beats füllte Prince mit wenigen Instrumenten und seiner Stimme auf und kreierte daraus einen griffigen Song. Das spricht für gutes Songwriting: Wenn mit wenigen Instrumenten der Song schon voll da ist.

      «Kiss» (Youtube)

    • «The Ballad Of Dorothy Parker»

      The Ballad of Dorothy Parker (1987)

      Ein etwas verschleiertes und auf Anhieb vielleicht nicht sehr greifbares Stück, das sich nie als Radiosingle geeignet hätte. Die ungewöhnlichen Harmoniefolgen, die Prince wählte, zeigen, dass seine Hörgewohnheit sehr ausgeweitet war und dass er sich auch mit Jazzmusik auseinandersetzte. Ein durchschnittlicher Komponist kommt nicht auf solche Akkordfolgen.

      1:27 min

    • «Emale»

      Emale (1996)

      Dieses Stück ist auf dem Album «Emancipation» zu hören. Ein Album, das die Befreiung aus dem unliebsamen Vertrag mit seiner Plattenfirma symbolisiert. Prince etabliert daraufhin einen neuen Sound. Viele Schlagzeugbeats erinnern an Hip Hop und Prince rappt teils auch. Das Stück «Emale» steht zudem für die frühe Affinität Princes zum Internet, welches er als einer der ersten Musiker überhaupt für den Vertrieb seiner Musik nutzte.

      3:39 min

    • Nahaufnahme von Prince; sanft geschminkt, mit Hut, wacher Blick.

      Bildlegende: Prince während eines NBA- All-Star- Spiels in Las Vegas, 2007. Keystone

      Musicology (2004)

      Das Stück «Musicology» und das gleichnamige Album waren 2004 gewissermassen ein Comeback für Prince, der während Jahren nicht mehr mit einem Majorlabel zusammengearbeitet hatte und etwas in Vergessenheit geraten war. «Musicology» ist ein mächtige Funknummer, die direkt reingeht und repräsentativ dafür ist, was Prince mit seiner Band live auf der Bühne hinlegt: einen unglaublich satten Groove. Am Ende des Stücks sind ein paar kleine Einspieler der bekanntesten Prince-Hits zu hören.

      «Musicology» (Youtube)

    • Ein Sänger hält seine Gitarre in die Luft und hat die Lippen zusammengekniffen.

      Bildlegende: Prince tritt an den Super Bowls in Maiami auf, 2007. Imago/Zuma Press

      Baltimore (2015)

      Ein Stück vom letzten Prince-Album «Hitnrun Phase Two», in dem sich Prince zu den anhaltenden Rassenunruhen in den USA äussert. Der Song beginnt sehr eingängig, entwickelt sich aber nach einem arrangierten Streicherteil und einem Gitarrensolo in eine andere Richtung. Prince bricht die allgemein bewährte Popsong-Struktur, dass am Schluss unbedingt ein Doppelrefain zum Mitsingen kommen muss. Aber Prince konnte sich das leisten!

      «Baltimore» (Youtube)

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