Zum Inhalt springen
Inhalt

Sinfonieorchester St. Gallen «Dieses Orchester ist wie eine grosse Familie»

Das Sinfonieorchester St. Gallen ist der grosse Unbekannte unter den Schweizer Orchestern. Zu Unrecht.

Mitglieder des Orchesters sitzen in den Zuschauerrängen.
Legende: Rund siebzig Musikerinnen und Musiker aus über zwanzig Ländern der Welt spielen im Sinfonieorchester St.Gallen. Anna-Tina Eberhard

In der Schweiz gibt es, neben dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Orchestre de la Suisse Romande in Genf, eine ganze Reihe weiterer Orchester von hoher Qualität.

In St. Gallen zum Beispiel. Da gibt es nicht nur einen wunderschönen Konzertsaal im Jugendstil von 1909, sondern auch ein Orchester, das scheinbar alles kann: Sinfoniekonzerte, Musiktheater, Kammermusik, Jugendarbeit.

Kulturversorger für die ganze Bodenseeregion

Das Sinfonieorchester St. Gallen ist das professionelle Orchester der Ostschweiz. Zwischen Zürich und München gibt es keine andere Oper als die in St. Gallen.

Das Orchester versteht sich somit als Kulturversorger der ganzen Bodenseeregion, sein Publikum kommt aus Graubünden, Liechtenstein, Lindau und vom Vorarlberg.

Die Konzertgänger schätzen nicht nur die Qualität des Orchesters. Es sei in St. Gallen wie in einer grossen Familie, verrät eine Abonnentin: «Man kennt sich und trifft sich hier.» Suzanne Bühler-Aebi vom Freundeskreis Sinfonieorchester St. Gallen bestätigt das;«Wir haben viele alleinstehende Frauen, die seit Jahren ins Konzert kommen. Auch weil sie wissen, dass sie hier nie alleine sind.»

Stark verjüngtes Orchester

Rund siebzig Musikerinnen und Musiker aus über zwanzig Ländern spielen im Sinfonieorchester St. Gallen – und das auf erstaunlich hohem Niveau. Was sicher auch an den personellen Veränderungen der letzten drei Jahre liegt.

Etwa 20 Musikerinnen und Musiker – also fast ein Drittel – haben das Orchester in dieser Zeit verlassen oder sind in Rente gegangen. Jüngere sind nachgerückt:mit viel Ehrgeiz im Gepäck und dem Drang, das Orchester nach vorne zu bringen.

Die treibende Kraft hinter der stetigen Verbesserung des Sinfonieorchesters St. Gallen, ist sein Chefdirigent Otto Tausk.

Nach sechsjähriger Amtszeit verabschiedet er sich zum Ende der kommenden Saison 2017/2018 von der Ostschweiz.

Modestas Pitrenas, ein mittelalter Mann, lächelt in die Kamera.
Legende: Modestas Pitrenas ist neuer Chefdirigent ab dem 1. August 2018. Priska Ketterer

Nach einem Nachfolger musste man nicht lange suchen: Modestas Pitrenas aus Litauen ist in St. Gallen ein alter Bekannter und gleichermassen im sinfonischen Repertoire wie im Musiktheater zu Hause – in St. Gallen mit der Tonhalle und dem Dreispartenhaus des Theaters eine zwingende Voraussetzung.

Beethoven zum Abschied

Die kommende Saison ist eine besondere für das Sinfonieorchester St. Gallen.

Sie steht ganz im Zeichen der Musik Ludwig van Beethovens, eines der Steckenpferde von Otto Tausk.

Damit feiert das Orchester nicht nur den Abschied des Holländers, sondern auch ein Jubiläum: den 50. Geburtstag des Theatergebäudes im Stadtpark.

An seine Eröffnung erinnert die Aufführung von Beethovens einziger Oper Fidelio im Frühjahr 2018. Die wurde damals im März 1968 auf den Tag genau als erste Produktion gezeigt.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur Kompakt, 26.9.2017, 7.20 Uhr

Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

Es wurden noch keine Kommentare erfasst. Schreiben Sie den ersten Kommentar.