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Versteckte Musiktalente In der Schweiz unterschätzt – im Ausland grosse Namen

Diese fünf Schweizer Musiker sind international sehr gefragt – hierzulande aber besetzen sie bloss Nischen.

Grégoire Maret

Ein Mann hält eine Mundharmonika in der Hand
Legende: Vom Begleitmusiker zum Star: Mundharmonika-Künstler Grégoire Maret. Grégoire Maret

Der Genfer Grégoire Maret spielt ein Instrument, das in der Schweiz noch ein Schattendasein fristet: die Mundharmonika. Ganz unverhofft kam der Sohn einer Afroamerikanerin und eines Schweizers zu diesem Instrument: Als 17-Jähriger auf einer Schulreise.

Ein Freund drückte ihm eine Mini-Mundharmonika in Form eines Schlüsselanhängers in die Hand. Maret war fasziniert, was man mit so einem kleinen Ding alles anstellen kann. Heute spielt er auf der – etwas grösseren – Mundharmonika alles von R&B über Jazz bis Bach und Chopin.

Er hat sich als Begleitmusiker für Herbie Hancock, Stevie Wonder oder Elton John einen Namen gemacht. Jetzt steht er als Solist im Rampenlicht, wie 2016 am Montreux Jazz Festival, Link öffnet in einem neuen Fenster. Die Szene handelt ihn als Nachfolger der Mundharmonika-Legende Toots Thielemans.

Aïsha Devi

Eine Frau mit Logo
Legende: Aïsha Devi fällt gerne aus dem Rahmen. Ihr mysteriöser Electro-Trip-Hop ist ziemlich einzigartig. Aïsha Devi

«In der Schweiz ist es so langweilig, dass man gezwungen ist, erfinderisch zu sein. Wenn man will, dass etwas passiert, muss man selber aktiv werden», sagt die in Genf geborene und lebende Tibeto-Nepalesin Aïsha Devi im Interview mit Electronicbeats., Link öffnet in einem neuen Fenster

Wie entflieht sie dieser Langeweile? Indem sie an Festivals der internationalen Pop-Avantgarde auftritt und mit Künstlern von Ägypten bis China zusammenarbeitet. Mit ihrem mysteriösen Electro-Trip-Hop ist Devi auf der Suche nach einer modernen Spiritualität.

Ihr klassischer Sopran singt abstrakte, meditative Mantras. In ihren Videoclips , Link öffnet in einem neuen Fensterschafft sie ein eigenes Universum aus Symbolen des tibetanischen Buddhismus, der Popkultur und der eigenen Fantasie.

Jürg Frey

Ein Mann dirigiert ein Orchester
Legende: Jürg Frey lebt für seine Musik. Graham Hardy

Jürg Frey lebt mit seiner Familie in Aarau und unterrichtet Klarinette. Was sich anfänglich unspektakulär anhört, ist es keineswegs: Frey erhält Aufträge für Kompositionen aus aller Welt. Seine Werke werden etwa in der Hamburger Elbphilharmonie aufgeführt.

Nicht nur seine minimalistische, der Stille zugeneigte und räumliche Musik , Link öffnet in einem neuen Fensterkommt gut an, sondern auch sein Ansatz: «Wenn ich komponiere, habe ich das Gefühl, ich muss die Töne reinigen, damit sie «normal» sind: einfach eine ausgehaltene Note auf der Geige oder auf einem anderen Instrument.»

Susanne Abbuehl

Frau an der Wand
Legende: Susanne Abbuehl gehört zu den international renommierten Jazzmusikerinnen ihrer Generation. Mario Del Curto

Als die schweizerisch-niederländische Sängerin und Komponistin Susanne Abbuehl 2001 beim Münchner Label ECM ihr erstes Album «April» herausbrachte, wurde sie mit internationaler Anerkennung überschüttet. Unser westliches Nachbarland ist ihr seither besonders zugetan: Wenn sie in Paris spielt, berichten viele der grossen Jazzmagazine über ihren Auftritt.

Zudem erhielt Abbuehl kürzlich den European Musician Award von der französischen Jazzakademie. Sie fusioniert in ihrem Kammermusik-Jazz , Link öffnet in einem neuen Fensterverschiedene Stile und hat ihren eigenen Weg gefunden, Gedichte mit den Mitteln des Jazz zu vertonen.

Darkspace

Ein Mann einer Metal-Band an der Gitarre
Legende: Die Metal-Band aus Bern zieht Fans aus der ganzen Welt an. Sylvain Clapot , Link öffnet in einem neuen Fenster

Dark Space, Link öffnet in einem neuen Fenster ist eine experimentelle Metal-Band aus dem Berner Länggassquartier, die es seit bald 20 Jahren gibt. Ihre avantgardistische Musik findet Inspiration – wie der Name verheisst - im düsteren Weltraum. In der internationalen Metal-Szene, vor allem in Skandinavien, ist die Band eine grosse Nummer.

Bekannt geworden ist Dark Space durch ihre rauschhaften Konzeptalben – denn die Band ist äusserst bühnenscheu. Als sie 2013 die Berner Dampfzentrale doch zu einem Live-Auftritt überreden konnte, kamen 300 treue Fans aus dem Ausland angereist.

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