«Who Is Who» bei Wagner – Walther von Stolzing

Eigentlich hat er nichts zu klagen, der junger Ritter Walther von Stolzing. Er stammt aus gutem Hause, sieht toll aus, hat sich das Dichten und Singen selber beigebracht anhand alter Vorbilder. Er kann aus dem Stegreif singen und dichten und erobert das Herz der jungen Juwelierstochter Eva im Flug.

Zeichnung: Blonder junger Mann mit Federhut auf einer Bühne im Scheinwerferlicht.

Bildlegende: Der junge Ritter Walther von Stolzing erobert das Herz seiner Geliebten singend und dichtend. srf / sylvan steenbrink

Er hat zwar seinen Stolz, aber es macht ihm nichts aus, sich auf das Bürgertum einzulassen. Wenn ihn dieses doch auch akzeptieren würde! Vor allem ist da ein Kritiker, Beckmesser, der ihm das Leben schwermacht. Fast wird der brave Rittersmann in den schwankhaften Zänkereien zerrieben. Zum Glück ersingt er sich Eva schliesslich doch wieder – mit morgendlich leuchtendem Lied.

Von seinem Mentor Hans Sachs erhält er zwei Ratschläge mit auf dem Weg: «Du machst die Kunstregeln selbst und folgst ihnen dann», ist die eine, künstlerisch freie. «Verachtet mir die Meister nicht», die strenge, auf Konvention verpflichtende. Kein welscher Tand? Achte das deutsche Handwerk! Ob er damit durchkommt? Wird Stolzing als edler Bürgersgatte bei den Meistern von Nürnberg reüssieren? Was für eine Aufgabe wird er dort übernehmen, welches Handwerk mit (goldenem) Boden? Wir wissen es nicht, aber singen kann er.

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