Mozart trifft auf Rap, Beethoven auf Heavy Metal

Klassische Musikstücke als Coverversionen herausbringen – dieser Plan kann leicht schiefgehen, besonders wenn die Stücke zu einfach gestrickt sind. Doch es geht auch anders: Wir stellen Ihnen aussergewöhnliche Interpretationen klassischer Evergreens vor.

Ein buntes Graffito von Mozart auf rotem Hintergrund in einer Strassenunterführung.

Bildlegende: Mozart als Rap? Na klar, das geht! Mac Lethal liefert den Beweis. Wikimedia/Vitold Muratov

    • Mozart Rap

      Mozarts «Türkischer Marsch» gerappt

      Eine 53-jährige Lehrerin soll den US-amerikanischen Rapper Mac Lethal gebeten haben, einen Rap ohne Fluchworte zu schreiben. Sie sei ein grosser Fan von ihm, aber könne die Raps ihren Schülern wegen der Kraftausdrücke nicht vorspielen. Mac Lethal tat wie ihm geheissen: In seinem Rap über Mozarts «Türkischen Marsch» ruft er auf zu einem vernünftigen Leben: «Be on time to work, don't upset your boss – every single day you gotta brush your teeth and floss» (Sei pünktlich bei der Arbeit, ärgere deinen Boss nicht, putze täglich deine Zähne und benutze Zahnseide).

      Incredible Mozart Rap (YouTube)

    • Mondschein

      Im Mondschein mit der E-Gitarre

      Eine Gemeinsamkeit zwischen Klassik- und Heavy-Metal-Musikern: Beide beherrschen ihre Instrumente virtuos. Das beweist Dr. Viossy alias Michele Vioni auf YouTube mit seinem Cover von Ludwig van Beethovens drittem Satz aus der Klaviersonate Nr. 14, besser bekannt als Mondscheinsonate. Mittlerweile hat das Video fast sechseinhalb Millionen Klicks. Wer noch mehr will von Dr. Viossy: Dasselbe macht er auch mit Paganinis 24 Capricci und Mozarts Klaviersonate Nr. 12.

      Moonlight Sonata – 3rd Movement for electric guitar (Youtube)

    • Bergkönig

      The Who: Griegs «Bergkönig» flippt aus

      Die britische Rockband The Who nimmt 1967 Edvard Griegs «In der Halle des Bergkönigs» auf. Veröffentlich wird der Track aber erst 1995, als Bonustrack auf dem Album «The Who Sell Out». Ein «Who-freak-out-arrangement» nannte das US-amerikanische Magazin Tucson Weekly dieses Cover aus der Peer-Gynt-Suite.

    • Erlkönig

      Kammermusikalischer Heavy Metal

      Heavy-Metal-Musiker mögen nicht nur die pompösen Klänge von Richard Wagner, sondern auch die intimen kammermusikalischen Werke von Franz Schubert. Die US-amerikanische Progressive-Metal-Band Hope Lies Within covert das Kunstlied «Der Erlkönig», das Goethes Gedicht in Musik übersetzt. Sänger Uriah Rodriguez entdeckte den «Erlkönig» an der Universität, wo er wohl auch an seinem Deutsch feilte – er singt fast akzentfrei in der Originalsprache.

      Hope Lies Within – «Der Erlkönig» (YouTube)

      1:06 min

    • Django Bach

      Django Reinhardt swingt Bach

      Covers klassischer Evergreens sind nichts Neues. Schon 1930 verjazzt Benny Goodmann Johann Sebastian Bach. Sieben Jahre später tut es ihm Django Reinhardt gleich und swingt gemeinsam mit den Geigern Eddie South und Stéphane Grappelli Bachs Doppelkonzert.

    • Debussy

      Debussy auf zwei Saiten

      Claude Debussys Flair für asiatische Musik rührte von der Pariser Weltausstellung 1889 her, wo er ein Gamelan-Orchester aus Java gehört hatte. Diese Klänge projizierte er aufs Klavier und fand so in seinen «Pagodes» eine neue Tonsprache. Ihm hätte wohl die Interpretation von Mieko Miyazaki & Guo Gan auf dem zweisaitigen chinesischen Streichinstrument Erhu und der japanischen Zither Koto gefallen.