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Musik Zehn kuriose Fakten über Nationalhymnen

Ohne Nationalhymnen sind Staatsempfänge oder internationale Sportwettkämpfe kaum denkbar. Trotzdem sind die Geschichten rund um die Lieder kaum bekannt. Zum 1. August haben wir Hintergründe über Nationalhymnen dieser Welt zusammengetragen – makabere Texte, geklaute Melodien und inhaltliche Patzer.

Jung und Alt halten eine Hand auf das Herz und singen.
Legende: Hand auf's Herz: Ist die eine oder andere Nationalhymne nicht allzu makaber? Und einige andere nicht ein Abklatsch? Getty Images

Unbekanntes Wissen über weltbekannte Lieder

  • Ein Trinklied für die USA

    Nicht viele Länder lieben ihre Nationalhymne so sehr wie die USA. In einigen Schulen wird sie jeden Morgen gesungen, auch bei Highschool-Basketball-Spielen darf sie nicht fehlen. Und der Superbowl, das Finale der American-Football-Meisterschaft, ohne Hymne – das geht überhaupt nicht. Was viele aber nicht wissen: Die US-amerikanische Hymne basiert ursprünglich auf einem britischen Trinklied.

  • Jimmy Hendrix' Hymne gegen den Vietnamkrieg

    Keiner hat sich je gewagt, die US-amerikanische Hymne derart zu zerfetzen wie Jimmy Hendrix es 1969 in Woodstock getan hat. Nach den ersten Tönen von «Star spangled Banner» driftet er ab und imitiert mit seiner Gitarre veritable Kriegsszenen: Maschinengewehrsalven, explodierende Bomben und abstürzende Flugzeuge – sein persönliches Statement gegen den Vietnamkrieg.

  • Südkorea sang zu schottischem Trinklied

    «Bis zu dem Tag, wenn sich der Berg Baekdu abgetragen hat und das japanische Meer ausgetrocknet ist, soll Gott unser Land schützen und erhalten.» Von 1919 bis 1948 sangen Südkoreanerinnen und Südkoreaner diesen Text über die schottische Volksmelodie «Auld Lang Syne». Missionare haben die Melodie, ein Trinklied, einst nach Südkorea gebracht. Warum sie zur Hymne wurde? Das bleibt im Dunkeln.

  • «God save the Queen» in Liechtenstein

    Die Melodie der britischen Hymne war so etwas wie ein besonders guter Popsong. Verschiedene Nationen haben die Melodie übernommen und einfach einen eigenen Text hinzugefügt: Russland, Hawaii oder Island. Und auch die Schweiz. Immer häufiger kam es aber zu Verwirrungen bei internationalen Kontakten. Deshalb hat die Eidgenossenschaft ihre Hymne 1961 provisorisch, 1981 offiziell in den Schweizerpsalm geändert. In Liechtenstein singen sie bis heute zur britischen Melodie: «Oben am jungen Rhein, lehnet sich Liechtenstein.»

  • Von Postkarten inspiriert: die St. Helena-Hymne

    Irgendwie ist es ja verständlich, dass die kleine, südatlantische Insel St. Helena eine eigene Nationalhymne will. Ihre offizielle, die englische, haben schon viele andere Länder für sich beansprucht oder tun es noch immer. Aber die Auftragskomposition der neuen Hymne lässt schon staunen: Den Zuschlag bekam der Engländer Dave Mitchell, der die Insel selbst nicht einmal besucht hat. Einige Postkarten als Inspiration haben ihm gereicht.

  • John Denver besingt den falschen Staat

    Jeder US-Bundesstaat hat neben der offiziellen Hymne eine eigene. Im März dieses Jahres hat sich West Virginia eine neue zugelegt: John Denvers «Country Roads» von 1971. Darin besingt der Musiker aus New Mexiko den River Shenandoah und die Blue Ridge Mountains. Unglücklicherweise befinden sich diese fast vollständig im Nachbarstaat Virginia. Für die Bewohner von West Virginia spielt das heute keine Rolle.

  • Lateinamerikanische Operncovers

    Einige lateinamerikanische Nationalhymnen wurden von ausländischen Komponisten geschrieben – und diese haben beliebte Opernmelodien eingebaut: Der französische Komponist Antonio Neumane schnappte sich für die Hymne von Ecuador die Wahnsinns-Arie aus Vincenzo Bellinis «I Puritani». Der Italiener Giovanni Enrico Aberle Sforza pickte einen Teil aus Meyerbeers Krönungsmarsch «Le Prophète» für die Hymne von El Salvador. Und der Ungare Francisco José Debali coverte für die Hymne von Uruguay eine Phrase aus Donizettis «Lucrezia Borgia».

  • Durchschnittene Kehlen in Frankreich

    Nein, die Texte von Nationalhymnen besingen nicht nur pathetisch das monarchische Oberhaupt oder die Schönheit des Landes. Nicht selten sind die Texte äusserst makaber: Frankreich singt von durchschnittenen Kehlen, Algerien droht Frankreich mit Rache und Italien ist unter dem Deckmantel der lüpfigen Opernmelodie bereit, für sein Land zu sterben.

  • Ein Mann und eine Frau in österreichischer Tracht.
    Legende: Gleichberechtigung in der österreichischen Hymne Reuters

    Gleichberechtigung in der österreichischen Hymne

    Ein Shitstorm prasselte 2011 über die österreichische Politikerin Dorothea Schittenhelm nieder, als sie den Vorschlag machte, die Hymne frauenfreundlicher zu machen. Aber sie hat sich durchgesetzt: Seit 2011 singen die Österreicherinnen und Österreicher nicht mehr «Heimat bist du grosser Söhne», sondern «Heimat grosser Töchter und Söhne». Mittlerweile haben sich die Österreicher damit abgefunden. Mehr noch: Als vor Kurzem der «Alpen-Elvis» Andreas Gabalier den alten Text gesungen hat, hiess das auch für ihn: Shitstorm.

  • Ein Weihnachtslied für Maryland

    Maryland, my Maryland – welche Melodie passt dazu wohl am besten? Der US-Bundesstaat Maryland hat nicht gehadert – und «O Tannenbaum» den Zuschlag gegeben.

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