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90'000 Songs untersucht Werden Popsongs immer fröhlicher?

Ein Forscherteam hat 90'000 Popsongs untersucht – und dabei Unerwartetes herausgefunden. Unser Netzthema des Tages.

Smartphone mit Kopfhörern liegt auf einem Stein. Auf dem Display ist Leonard Cohen zu sehen.
Legende: «The Minor fall, the Major lift» – die Lyrics aus Leonard Cohens «Hallelujah» gaben der Studie den Titel. SRF/Imago/ducks

Worum geht’s?

Von R&B bis Metal, von Punk bis zu religiösen Songs: Das Forscherteam der Indiana University-Bloomington hat kaum eine Musikrichtung aus dem Pop-Universum ausgelassen, um zu erforschen: In welchem Zusammenhang stehen Songlyrics und Tonart – wie also verhalten sich tendenziell fröhliche oder traurige Liedtexte zu Akkorden in Dur und Moll?

Dafür wurden 90’000 Popsongs der Community-Website «Ultimate Guitar», Link öffnet in einem neuen Fenster auf ihre Akkorde und Lyrics hin untersucht. Das – englischsprachige – Liedgut reicht von 1950 bis heute und stammt aus der ganzen Welt.

Die Forscher teilten die Wörter in den Songtexten nach ihrer emotionalen Wertigkeit ein: «Tod», «traurig» oder «krank» gehört etwa in die traurige Kategorie, «Liebe» und «singen» in die fröhliche.

Das Resultat der Studie wurde im Online-Wissenschaftsjournal «Royal Society Open Science» publiziert: «Traurige» Texte stehen meistens mit Moll in Verbindung, «fröhliche» Lyrics hingegen sind in Dur geschrieben.

Warum ist’s interessant?

Diese Verallgemeinerung greift nur bedingt. Denn es gibt eine grosse Ausnahme: Der Akkord, der laut Studie am häufigsten mit positiven Wörtern in Verbindung steht, ist der Septakkord , Link öffnet in einem neuen Fenster– egal ob in Dur oder Moll. Zudem weiss jede aus eigener Erfahrung: Traurige Musik kann auch fröhlich stimmen – und umgekehrt.

Dennoch: Die Studie hat aufschlussreiche Facetten. Zum Beispiel bei den geografischen Unterschieden: Asiatische und australische Songs wurden auf der Textebene am positivsten bewertet, während skandinavische Musiker eher düstere Texte schrieben.

Das hat etwa mit dem fast aggressiv fröhlichen Pop aus Korea, Link öffnet in einem neuen Fenster zu tun oder mit der grossen Heavy-Metal-Szene im hohen Norden.

Der interessanteste Punkt ist aber die Erkenntnis: Songs von 1950 bis 2010 wurden zwar immer düsterer – seit jenem Jahr aber steigen sie wieder in der Emotionalität. Man könnte also sagen: Seit ein paar Jahren gibt es immer mehr «Happy» statt «Sad Songs». Warum das so ist, kann die Studie allerdings nicht beantworten.

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

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