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Aufgeflogen Der Twitter-Star aus der russischen Trollfabrik

Die US-Bloggerin Jenna Abrams war ein Twitter-Star. Bloss: Es gab sie nie. Sie war ein russischer Troll, auf den auch namhafte Medienhäuser hereinfielen.

Eine Frau mit einer weissen Maske vor dem Gesicht vor einem Laptop.
Legende: Niemand weiss, wer hinter Jenna Abrams steckt. Klar ist nur: Sie ist ein Produkt der Internet Research Agency. Getty Images

Worum geht's?

Jenna Abrams sieht aus wie Mitte 20 und verfügt über knapp 70'000 Twitter-Follower. Sie polarisiert. Ist Sprachrohr für die Alt-right-Bewegung. Viele haben das Bedürfnis auf ihre Tweets zu antworten oder sie zu teilen. Darunter Journalisten, Professoren, Diplomaten und grosse Medienhäuser.

Doch im Rahmen der Untersuchungen zur US-Wahlmanipulation auf Social Media kommen brisante Informationen ans Licht – auch zu Jenna Abrams. Mit dem Resultat: Es gab sie nie. Sie ist ein Fake. Sie ist Produkt einer russischen Trollfabrik, der Internet Research Agency.

Warum ist's interessant?

Die Internet Research Agency wurde im Namen der russischen Regierung gegründet und beschäftigt hunderte Menschen. Laut der Süddeutschen Zeitung, Link öffnet in einem neuen Fenster ist eines ihrer Ziele, «Verwirrung im Westen zu stiften». Die Internet Research Agency soll sich unter anderem mit dem Account von Jenna Abrams in den US-Wahlkampf eingemischt haben.

Abrams schrieb zu Beginn nicht nur über Politik, sondern über Lifestyle-Themen. Die Zahl der Follower stieg und damit auch ihre Reichweite, die sie später für ihre politischen Tweets nutzte.

Auch Medien wie «New York Times», «BBC», «The Washington Post» oder «Mashable» griffen ihre Tweets auf. Keines der Medienhäuser erkannte den Troll hinter der engagierten jungen Frau.

Jenna Abrams twitterte drei Jahre lang, bis sie vom Magzin The Daily Beast, Link öffnet in einem neuen Fenster enttarnt wurde. Bestätigung kam im Rahmen der Untersuchungen des US-Kongresses.

Was ist eine Trollfabrik?

Moderne Konflikte werden immer häufiger als Propagandakriege ausgetragen. Ein ehemaliger Mitarbeiter einer solchen russischen Propaganda-Institution gibt Einblick in den «Kosmos von Desinformation und Manipulation».

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

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