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Netzwelt Das sind die Nominierten beim Webvideopreis 2016

Unser Netzthema des Tages: In Deutschland werden wieder die besten Webvideos ausgewählt. Nominiert ist Jan Böhmermann – aber nicht für sein umstrittenes Schmähgedicht. Auch die Schweizerin Sophie Hunger kann sich Hoffnung auf einen der Preise machen. Unsere Favoriten unter den Nominierten.

Zwei Hände halten ein Tablet.
Legende: Nominiert in der Kategorie «Journalism»: kurze animierte Videos zu grossen philossophischen Fragen. SRF

Von Comedy bis Journalismus, von Musik bis Werbung: die Webvideopreise werden in 13 Kategorien vergeben. Nominiert werden Videos, die besonders innovativ sind. Die Filme müssen ausschliesslich fürs Web produziert und in deutscher Sprache sein. Eine Auswahl.

Webvideoawards 2016

  • Schweine, eingesperrt in einem Stall.
    Legende: Youtube/Screenshot

    Durch die Augen eines Schweins (Kategorie 360 Grad)

    Erst eingesperrt, dann geschlachtet: Als Zuschauer nimmt man die Perspektive eines armen Schweins ein. Und aus dem Off spricht Thomas D. (Fanta4) ergreifende Sätze, die noch den hart gesottensten Fleischesser weich kochen. «Durch die Augen eines Schweins» ist ein 360-Grad-Video: Man kann sich also per Mausklick im Schweinekäfig bewegen. Oder «besser»: keinen Schritt machen, ohne dass man schreien möchte. Kaum auszuhalten.

  • Grafische Darstellung: Ein Mann mit Sonnenbrille zwischen Symbolen in Kreisen
    Legende: Youtube/Screenhot

    Kurzgesagt (Journalism)

    «Was ist der Unterschied zwischen Leben und Tod?» «Wie funktioniert Evolution?» Der Youtube-Kanal «Kurzgesagt DE» hat sich mit schön animierten Videos zu existenziellen und philosophischen Fragen einen Namen gemacht. Die Filmchen genügen höheren Denkansprüchen. Und sie sind zugleich ein erstklassiges Beispiel für das Internet-Phänomen, das im Internet schon länger hoch im Kurs ist: Komplizierte Fragen werden in knappen Videos beantwortet.

  • Ein weiss glänzender Berg vor deunklem Abendhimmel.
    Legende: Youtube/Screenshot

    Vulkane in 3D und 360 Grad (360 Grad)

    Mittendrin statt nur dabei: In diesem Falle nicht als Schwein hinter Gittern, sondern als Vulkan-Forscher oder Katastrophen-Tourist unter fast zu freiem Himmel: Das Video der ZDF-Sendung «Terra X» ist in 360-Grad und in 3D gedreht: So wird es möglich, einen Vulkanausbruch hautnah mitzuerleben.

  • Eine junge Frau mit rötlichem Haar lächelt in eine Kamera.
    Legende: Youtube/Screenshot

    Eva Schulz (Female of the Year)

    Journalismus 3.0. Besonderes Kennzeichen: Ich-Perspektive. Erfrischend, aber trotzdem ernst erzählt Eva Schulz in kurzen Videos kleine grosse Geschichten. Die Österreicherin publiziert ihre Storys auf Snapchat und lädt sie dann bei Youtube hoch. Schulz' Themenpalette ist erstaunlich breit: Sie war unmittelbar nach den Bombenanschlägen in Brüssel, berichtet von Polit-Protesten in Ungarn und veranschaulicht auch mal das Phänomen Gentrifizierung.

  • Blick von hinten auf eine Frau mit Hut und einer nackten Schaufensterpuppe unter dem Arm.
    Legende: Youtube/Screenshot

    Sophie Hunger: Spaghetti mit Spinat (Music)

    «Du brauchst mich wie ein Auto sein Benzin» singt Sophie Hunger im Song aus ihrem aktuellen Album «Supermoon». Die Schweizerin düst mit einer nackten Schaufensterpuppe im Kofferraum durch die amerikanische Wüste – ein sehr ansehnlicher Seitenhieb auf die nur Schönen, die nie etwas tun müssen, und trotzdem aller Augen auf sich ziehen.

  • Ein junger Mann im Kapuzenpullover und mit Sonnenbrille, im Hintergrund zwei Polizisten.
    Legende: Youtube/Screenshot

    Jan Böhmermann - Ich hab Polizei (Best Video of the Year)

    «Haust du ein Polizei kaputt, kommen 25 neue Muskel-Ottos fuchteln mit Butterflys und freuen sich»: Jan Böhmermanns Schmähsong auf den Gangster-Rap war ein Internet-Hit. Ein gutes halbes Jahr bevor Böhmermann sich mit Erdogan anlegte, inszeniert er die Poilzei als harte Jungs-Gang und bekommt dafür Haue von der deutschen Rap-Szene. Und wie heute viel Platz im ernsten deutschen Feuilleton.

Wer die deutschen Webvideopreise gewinnt, bestimmt zur Hälfte eine Jury aus ehemaligen Siegern; mit in der Jury waren in früheren Jahren etwa die Journalistin Katrin Bauerfeind oder der Journalist und Blogger Richard Gutjahr.

Ein gewichtiges Wörtchen hat aber auch die Community, die per Voting mitredet. Der Slogan der Veranstaltung lautet denn auch: «Mehr Videokratie im Netz.»

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