Die Meme-Highlights des Jahres

Was immer die Welt bewegt, man findet es in Listen, GIFs und Kritzeleien wieder. Memes sind oft lustig, manchmal doof. Oft herablassend, manchmal geistreich – sicher ist: Man kommt kaum mehr an ihnen vorbei. Hier ein paar Beispiele, die das vergangene Jahr prägten.

Das beste Meme zu finden ist so hoffnungslos wie die Nadel im Heuhaufen. Versuchen wir trotzdem, etwas Ordnung zu schaffen. Die Online-Abstimmung «Your Favorite Meme» fiel eindeutig aus: Das beste – oder zumindest das beliebteste – Meme von 2013 ist Brent Rambo. 23 Prozent sprachen sich für den smarten Buben aus, der in einem 1990er-Promovideo für Apple-Computer keck den Daumen reckt und sagt: «Dear Mr. Scully, Mac rules the world. Your Mac friend, Brent Rambo». John Scully war bis 1993 CEO von Apple Computer.

Allerdings ist der Abstimmungsentscheid für Rambo – wie so vieles im Netz – umstritten und laut «Wired» Manipulationen zu verdanken. Wie auch immer: Brent Rambo, dessen Name einen schönen Kontrast zu seinem braven Äusseren bildet, fand etliche Nachahmer und animierte zu grotesken Spielereien – das animierte GIF mit dem Daumen ging um die Welt. Und es meldete sich dann sogar der inzwischen erwachsene Brent Rambo zu Wort respektive zu Bild.

Year of the Doge

Zweitbeliebtestes Meme wurde in der Umfrage der Website «Know your Meme» Doge, ein Hund der japanischen Rasse Shiba Inus – Kosename Shibe. Und dieser Shibe, nun ja, kommuniziert vorzugsweise verdreht und falsch – und das Ganze in der polarisierenden No-go-Schrift Comic sans. Ein gefundenes Fressen: der putzige Shibe wurde verändert und liebevoll malträtiert. Im Editorial’s Choice von «Know your Meme» schaffte es Doge sogar zur Nummer 1. Auch «Wired» war dieser Meinung. In einer Auflistung der zehn besten Memes des Jahres wählte das Magazin Doge an die Spitze und berief 2013 kurzerhand zum «Year of the Doge». Auf Platz 3 der beliebtesten Memes dann Twerking – worüber wir nicht mehr viele Wort verlieren (siehe unten).

NSA, Franziskus, Miley

Was die Welt 2013 auch bewegte, es manifestierte sich in den Memes. Etwa folgende Ereignisse, die einen bedeutender, die anderen weniger:

Der NSA-Skandal: Der Skandal des Jahres – unser Surfverhalten wird wohl nie mehr so unbeschwert sein, wie es einmal war. Und so furchteinflössend die Vorstellung der stets mitschnüffelnden Geheimdiensten in unseren E-Mails, Chats und Surfprotokollen ist, die Netz-Satiriker freut’s: Etliche Memes mit Obama («Hello, Verizon? I’m Interested in your Share Everything Plan …») und zum NSA-Skandal. Und noch viel besser: die hitverdächtige Tumblr-Seite «Obama Is Checking Your E-Mail».

Der Papst-Rücktritt: Papst Benedikt trat im Februar überraschend zurück. Ein lebendes Ausscheiden aus dem höchsten Amt der katholischen Kirche, das gibt’s eigentlich gar nicht. «Adios Bitches» bringt es ein Meme auf den Punkt, ein anderer auf Twitter: «The Pope is hardly the first person to lose interest in their real job so soon after joining Twitter».

Mandelas Tod: Würde und Anstand, das gibt es durchaus auch in der Netzgemeinde. Den wenigsten wäre es nach dem Ableben von Nelson Mandela in den Sinn gekommen, sich darüber abschätzig zu äussern. Auch wenn normalerweise das Reisserische und der Zynismus dominieren, Memes können auch würdigen. Ein anderes Thema sind das Selfie von Obama oder der verwirrte Gebärdendolmetscher an der Trauerfeier.

Und schliesslich Miley Cyrus‘ Twerking: Miley Cyrus hat uns für immer und ewig eingebrannt, was Twerking ist. Es wurde ihr verdankt mit unzähligen Nachahmungen und Parodien. Zur Person des Jahres im «Time Magazine» schaffte es Miley dankenswerterweise nicht, zum Glück wird darüber nicht im Internet abgestimmt.