«Finstagram» Ein falsches Instagram fürs echte Leben

Auf Instagram legen sich viele User ein zweites Profil zu – und zeigen dort ihr Leben ungefiltert.

Ein Smartphone in einer Hand. Auf dem Bildschirm ist eine Frau mit einem Hund.

Bildlegende: Ein tiefer Einblick: Auf Finstagram zeigt man sich auch mal albern. Getty Images / Bildmontage

Worum geht’s?

Perfekte Yogaposen, märchenhafter Urlaub und makellose Menschen: Die Welt auf Instagram ist meist zu schön, um wahr zu sein. Das «echte» Leben: Das findet hingegen auf sogenannten Finstagrams statt. Das sind Zweitprofile auf Instagram. Dort werden auch traurige oder unspektakuläre Fotos hochgeladen– ungefiltert und nicht auf Hochglanz poliert.

Der Trend Finstagram, kurz für fake und Instagram, ist bei Teenagern in den USA entstanden. Mittlerweile ist das Phänomen weit verbreitet und vor allem bei Jugendlichen hoch im Kurs. Finstagrams sind meist privat und nur einem vertrauten Kreis vorbehalten.

Warum ist’s interessant?

Der Druck, sich online perfekt zu inszenieren, ist besonders bei jungen Menschen hoch. Finstagrams können diesen Druck entschärfen. Sie bieten Jugendlichen im Netz einen Ort, um sich so zu zeigen, wie sie sind – ohne Makel und Probleme auszublenden. Auch wenn das nur in einem kleinen, geschlossenen Rahmen geschieht.

Aktuelle Trends zeigen, dass auch in den sozialen Medien Platz für Authentizität ist. Stars wie Alicia Keys und Gwyneth Paltrow zeigen sich ungeschminkt und haben so einen Trend ausgelöst. Auch Fotos von Körperrundungen und Dellen sind in den sozialen Medien en vogue.

Screenshot

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