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Freundschaftsvorschläge «Facebook entdeckte mein Familiengeheimnis»

Facebook schlägt manchmal wildfremde Menschen vor als neue Freunde. Zumindest vermeintlich Wildfremde, wie eine US-amerikanische Journalistin herausfand. Facebook kannte ihre Familie besser als sie selbst.

Eine Hand hält ein Smartphone. Darauf ist ein Foto mit sehr vielen Menschen.
Legende: Facebook sieht mehr als wir wissen – und mehr als wir wollen? SRF/Getty Images

Worum geht's?

Facebook schlägt seinen Mitgliedern gern weitere Freunde vor. Darunter sind oft bekannte Gesichter, manchmal aber auch unbekannte. Wie Facebook diese Vorschläge generiert, ist nicht in allen Fällen klar.

Warum ist's interessant?

Auf den ersten Blick sind die Freundschaftsvorschläge eine harmlose Funktion. Problematisch wird es jedoch, wenn Menschen vorgeschlagen werden, mit denen man keine öffentlichen Schnittmengen besitzt. Beispielsweise bei Patienten, die zum selben Arzt gehen. Die Autorin Kashmir Hill beschreibt den Fall einer Psychologin und ihrer Patienten, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Hill selber hat hingegen eine ganz andere Erfahrung gemacht. Sie hat über die Freunde-Funktion eine Verwandte gefunden, von deren Existenz sie nichts wusste. Doch wie kann Facebook die eigenen Familienverhältnisse besser kennen als man selber?

Facebook nennt auf seiner Webseite vier Hauptquellen, Link öffnet in einem neuen Fenster:

Das kann jedoch nicht alles sein. Facebook betont, dass sie in der Regel keine Ortungsdienste und auch keine eingekauften Datenmengen, Link öffnet in einem neuen Fenster für die Funktion verwenden. Doch wie soll Kashmir Hill sonst zu ihrer Verwandten gekommen sein, wenn es keine Schnittmengen gab? Die Journalistin hat bei Facebook nachgehakt. Ihr Fazit: «Facebook entdeckt meine Familiengeheimnisse, und sagt mir nicht wie.», Link öffnet in einem neuen Fenster

Facebook gibt gegenüber Hill lediglich zu, dass man mit ungefähr 100 Verknüpfungspunkte arbeite. Damit eine Person vorgeschlagen werde, müsse mehr als eine Übereinstimmung vorliegen.

Kashmir Hill hat dank Facebook eine Verwandte gefunden. Bedenklich ist trotzdem, dass Facebook zu keinerlei Transparenz verpflichtet ist. Wie die Daten generiert werden, bleibt ein Firmengeheimnis. Das ist der Preis, damit man Facebook nutzen kann.

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

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