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Kalorienzähler bei Google Maps Google will uns Beine machen – und stolpert

Unser Netzthema des Tages: Eine neue Funktion sollte Nutzern von Google Maps vorrechnen, wie viele Kalorien sie beim Gehen verbrennen. Gut gemeint – aber die Kritik war heftig.

Eine Hand hält ein Handy, auf dem eine Strassenkarte zu sehen ist
Legende: Wie viele Minuten bis zum Ziel? Und wie viele Kalorien? Google gibt Auskunft. SRF/Twitter/@TaylorLorenz

Worum geht's?

Kürzlich testete Google bei einigen iPhone-Nutzern eine neue Funktion: Wenn man bei Google Maps ein Ziel eingibt, wird angezeigt, wie viele Kalorien man auf dem Fussweg dorthin verbrennt. Die Anzahl Kalorien wurde illustriert mit einem kleinen, rosa Cupcake.

Auf Twitter haben viele Nutzer dieses Feature kritisiert. Viele fühlten sich von der Kalorienrechnerei unter Druck gesetzt, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Andere wiesen darauf hin, dass die Funktion für Menschen mit Essstörungen problematisch sei, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Google hat auf diese Kritik reagiert und die Funktion gestern wieder entfernt.

Warum ist's interessant?

Google dürfte die Funktion als Motivation, öfters mal zu Fuss zu gehen, verstanden haben – was durchaus eine gute Sache ist. Das Problem ist in erster Linie, dass der Nutzer keine Wahl hatte, ob er seinen Kalorienverbrauch vorgerechnet bekommt oder nicht.

Zeichnung eines rosa Cupcakes
Legende: Der Cupcake des Anstosses: So wollte Google den Kalorienverbrauch seiner Nutzer anzeigen. SRF , Link öffnet in einem neuen Fenster

Viele Nutzer finden es ärgerlich, wenn sie etwas vorgesetzt bekommen, ob sie es wollen oder nicht – auch wenn es kostenlos und gut gemeint ist.

Das musste zum Beispiel auch Apple vor ein paar Jahren schmerzvoll erfahren, als man allen Nutzern ein neues Album der Band U2 auf die Geräte schickte. Man erwartete, dass die Nutzer sich über die Gratis-Musik freuen, stattdessen ärgerten sich viele über die ungefragt installierte Musik.

Das Ende des Cupcake-Zählers dürfte Google verkraften – der Konzern musste schon weit kostspieligere Experimente abbrechen. Die Datenbrille Google Glass, die vor drei Jahren nach lautstarker Ankündigung auf den Markt kam - und nur ein Jahr später sang- und klanglos wieder verschwand.

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    immer wieder erstaunlich, wie sehr sich dicke Amerikaner wehren, auf ihre Gesundheit hingewiesen zu werden, und dann immer noch hysterische aber attraktive Aktivisten finden, die im Chor schreien.
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  • Kommentar von Alfons Bauer (frustriert)
    Schade. Wegen so eingebildeten Frauen, die sich daran stören, muss diese interessante Funktion wieder gehen. Dass es Rollstuhlgänger gibt, die grundsätzlich mit der Fussweg-Angabe nicht wirklich was anfangen können, diese aber trotzdem tolerieren, verstehen sie nicht.
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