Kult trifft Kult: Beatles-Lieder in Ukulele-Version

Klingt schräg – und ist es auch: Der britische Künstler David Barrat hat sich die Mühe gemacht, den kompletten Song-Katalog der Beatles in Ukulele-Versionen aufzunehmen. Das Ergebnis ist hörenswert – auch wenn man kein Ukulele-Fan ist. (Es wäre sicher nicht hinderlich, wenn man die Beatles mag.)

Das Cover der Beatles-Platte zeigt vier Beatlespuppen im Manga-Style, mit grossen Augen und kleinen Nasen.

Bildlegende: Auch die berühmten Albumcover der Beatles wurden für die Ukulele-Versionen angepasst. thebeatlescompleteonukulele.com

Gerade feierte die Lennon-Witwe Yoko Ono ihren 80. Geburtstag, Tony Sheridan ist gestorben, McCartney hat wieder geheiratet – ach nee, dieses Jahr noch nicht... Nun, wie dem auch sei: Auch 40 Jahre nach ihrer Trennung sind die Beatles immer noch in den Schlagzeilen, und gerade, wenn man denkt, zu den vier Liverpoolern kann man nun wirklich nichts mehr schreiben, stösst man auf die Website «The Beatles Complete On Ukulele». Dort kann man die kompletten Alben der Beatles in Ukulele-Version hören. Der Tag ist gerettet.

Das Motto der Website lautet denn auch (frei übersetzt): «Für uns ist es selbstverständlich, dass die Welt eine bessere wäre, wenn jeder Mensch ein bisschen Ukulele spielen würde.» Dies ist auch gleichzeitig die Absichtserklärung von David Barrat, dem britischen Künstler, der dieses Projekt ins Leben gerufen hat.

Er stiftete verschiedene Musiker an, die 185 Lieder der Beatles in einer Ukulele-Version zu covern und veröffentlichte auf der «The Beatles Complete On Ukulele»-Homepage jede Woche ein neues Lied. Das hat dreieinhalb Jahre gedauert und war im Sommer 2012 abgeschlossen – jetzt ist also der Beatles-Katalog vollständig in Ukulele-Version nachhörbar.

Die Lieder können Fans (wer sonst?) für einen Dollar pro Stück kaufen, dazu gibt es auch Merchandise-Ware wie T-Shirts oder Natelhüllen im Angebot – das ist ok, denn so finanziert sich das Projekt. Als Stream kann man sich alle Lieder allerdings kostenlos anhören.

Die Qualität der Cover ist sehr breit: Schlecht gemischte Live-Auftritte wechseln sich mit professionellen Studioaufnahmen ab, es gibt eine ziemlich fragwürdige «Let it be»-Version von Barack Obama (bzw. eine Version, die aus Schnipseln seiner Reden zusammengeschnitten wurde), und auch ein Relikt aus den 80ern, Sängerin Samantha Fox, mischt mit.

Aber letztlich macht das den Reiz dieses Projektes aus: sich durch die verschiedenen Versionen seiner Lieblings-Beatles-Lieder zu klicken und sich überraschen zu lassen, wie die berühmten Klassiker in Ukulele-Version klingen.