Kunst-App Wenn das Smartphone die Führung durchs Museum ersetzt

Statt Texttafeln, Audioguides und Führungen könnten uns in Zukunft Apps durch Museen und Galerien begleiten.

Ein IPad mit der App «Refrakt» wird vor ein Kunstwerk gehalten.

Bildlegende: Sie nennen sich selbst das «Shazam der Kunst»: Kunst-Apps wie «Smartify» und «Magnus». ZVg/ Refrakt

Worum geht's?

Das Prinzip funktioniert wie bei der Musik-Erkennungs-App: Wenn mich ein Kunstwerk neugierig macht, fotografiere ich es mit meiner Handykamera. Eine Kunst-App analysiert und erkennt das Bild. Auf dem Bildschirm informiert die App über den Künstler und das Werk.

«Magnus» ist auf den Kunsthandel ausgerichtet und soll ihn transparenter machen: Dort zeigt die App daher auch den aktuellen Auktionspreis eines Werks an.

«Smartify» wird eher in Ausstellungen eingesetzt. Weltweit 30 grosse Museen und Galerien arbeiten mit der App, etwa das Metropolitan Museum of Art in New York oder die National Gallery in London.

Schweizer Museen nutzen teilweise eigene Apps, die den Besucher durch die Ausstellung begleiten: Etwa das Art-Brut-Museum im Lagerhaus in St. Gallen oder das Historische Museum Basel.

Ein Smartphone mit einem Bild, das mit «Magnus» fotografiert wurde.

Bildlegende: «Magnus» will Preise für Kunst transparenter machen. Screenshot/Youtube/Magnus App

Warum ist's interessant?

Statt Texttafeln, Audioguides und Führung könnten Apps uns in Zukunft als digitale Guides durch Museen und Galerien leiten oder uns an einer Vernissage aufzeigen, was wir gerade betrachten.

Die Apps eröffnen neue Möglichkeiten für die Vermittlung oder für den Handel mit Kunst: Es lassen sich hier sehr viel mehr Informationen unterbringen, als auf den klassischen Tafeln. Zudem kann man gleichzeitig mit Text, Videos und Ton arbeiten – oder auf verwandte Werke hinweisen.

Das Smartphone im Museum kann auch spielerisch eingesetzt werden. «Augmented Reality»-Apps wie «Refrakt» denken in diese Richtung.

Wenn man mit das Handy in Richtung eines Kunstwerke hält, belebt die App dieses, lässt es etwa dreidimensional erscheinen oder aus dem Rahmen treten. Der Gedanke dahinter: Statt Kunst passiv zu betrachten, soll man sie erleben können.

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