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Netzwerk reagiert auf Kritik Facebook macht krank – und hat das Gegenmittel

Facebook kann dem Gemüt schaden: Das vermeldete ausgerechnet Facebook selbst. Das Unternehmen liefert allerdings die Lösung des Problems gleich mit: mehr Interaktion auf Facebook.

Ein Screen mit einem Facebook-Logo. Auf dem Logo ist ein Daumen, der nach unten zeigt.
Legende: Sind die User mal übel gelaunt, steht Facebook schon bereit – mit neuen Tools. Getty Images

Worum geht’s?

Facebook ist nicht gut fürs Gemüt. Diese Meldung erstaunt niemanden. Erstaunlich ist jedoch: Die Nachricht stammt von Facebook selbst.

Im Unternehmensblog nehmen sich der Facebook-Forschungsleiter David Ginsberg und seine Mitarbeiterin Moira Burke der wichtigen Frage an: «Sind soziale Medien schlecht für uns?», Link öffnet in einem neuen Fenster

Auf dem Blog werden Wissenschaftler zitiert, die Probleme im Umgang mit sozialen Medien festgestellt haben. Beispielsweise die Psychologin Sherry Turkle, die warnt: Facebook mache die User «gemeinsam einsam». Oder der Soziologe Claude Fischer, der einen Zusammenhang zwischen Depressionen bei Teenagern und neuen Technologien festgestellt hat.

Bei diesen negativen Berichten belässt es Facebook jedoch nicht: Mithilfe weiterer Studien demonstriert Facebook, dass nicht das soziale Netzwerk das Problem sei – sondern das Nutzerverhalten der User.

Diese Aussage untermauert etwa eine wissenschaftliche Studie der Universität Michigan, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Für diese Studie nutzte eine Gruppe Facebook nur passiv. Diese User schauten nur, was ihre Freunde teilten. Die andere Gruppe war aktiv. Die User tauschten Nachrichten mit Freunden aus, kommentierten Posts.

Das Resultat der Studie: User, die auf Facebook aktiver sind, haben bessere Laune und sind weniger depressiv.

Das gefällt vor allem Facebook.

Warum ist’s interessant?

Facebook reagiert mit dem Blogeintrag auf die Kritik, die in den letzten Monaten immer wieder laut wurde – Kritik, von ehemaligen Mitarbeitern kam.

Der ehemalige Facebook-Manager Chamath Palihapitia etwa warf Facebook vor, «die Gesellschaft auseinanderzureissen». Auch Sean Parker, der als Berater von Facebook tätig war, übte heftige Kritik. Er warf Facebook vor, «die Psyche von Menschen zu manipulieren.»

Mit dem Blogeintrag will Facebook zeigen: Wir nehmen die Probleme der User ernst. Nur: Ernst nehmen kann man diese Auseinandersetzung nicht.

Facebook nutzt im Post auch die Gelegenheit, neue Funktionen zu bewerben: beispielsweise die Funktion «Take a Break», die Posts von Ex-Freunden nach einer Trennung verbirgt, um Abstand zu gewinnen.

Der Blogpost bestätigt: Facebook ist kein karitatives, sondern ein gewinnorientiertes Unternehmen.

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

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