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Reaktion auf #MeToo «Rotten Apples» zeigt, welche Filme nach #MeToo faulig wirken

Auf der Webseite «Rotten Apples» kann jeder überprüfen, ob beim eigenen Lieblingsfilm Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs im Raum stehen. Doch was fängt man mit dieser Information an?

Ein Screen mit einem Szenebild aus Kill Bill und der Schrift «rotten apples».
Legende: Welche Filme betrifft #MeToo? Etwa «Kill Bill», produziert von Harvey Weinstein. SRF/Bildmontage/Rotten Apples

Worum geht's?

Die Webseite Rotten Apples , Link öffnet in einem neuen Fensterzeigt auf, ob in unseren Lieblingsfilmen und -serien der Wurm steckt. Sprich: Ob bei einer Produktion Personen mitgewirkt haben, die wegen sexueller Belästigung oder sexuellen Missbrauch verurteilt oder verdächtigt werden.

Screenshot Rotten Apples
Legende: Was, auch Kevin? Ja, meint «Rotten Apples», wegen Donald Trump. Screenshot Rotten Apples

Die Seite funktioniert ähnlich wie die bekannte Filmkritikseite «Rotten Tomatoes». Man gibt den Titel eines Films oder einer Serie im Suchfeld ein. Die Antwort erhält man nach dem Ampel-Prinzip in roter oder grüner Schrift: Waren «rotten apples» an diesem Film beteiligt oder nur «fresh apples»?

Wenn das erste der Fall ist, wird angezeigt, welchen beteiligten Person welche Vergehen vorgeworfen werden – mit Link auf entsprechende Zeitungsberichte. Dabei muss es laut den Machern «vertrauenswürdige Drittquellen» für einen Vorwurf geben.

Als «Rotten Apples» angegeben werden «Kill Bill» (von Harvey Weinstein produziert), «Rosemary's Baby» (Roman Polanski führte Regie), «Good Will Hunting» (Ben und Casey Affleck spielen mit), «Der Pate» (mit Marlon Brando) und selbst «Kevin allein zu Haus 2» (Donald Trump taucht kurz auf).

Warum ist's interessant?

Wenn man auf der Seite einige Titel sucht, wird einem rasch bewusst, bei wie vielen Filmen solche Vorwürfe im Raum stehen. Wen das interessiert, der kann sich hier rasch und einfach informieren.

Das sind offensichtlich viele: In den ersten fünf Tagen gab es auf der Seite über 2 Millionen Suchanfragen.

Doch was fängt man nun mit dieser Information an? Darf ich weiterhin meine Lieblingsserie oder -film ansehen und toll finden, auch wenn Kevin Spacey mitspielt?

Diese eigentliche Frage, die sich für viele nach #MeToo stellt, bleibt offen und ist am Ende jedem selbst überlassen – «Rotten Apples» hin oder her.

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

6 Kommentare

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  • Kommentar von Wilhelm Schaub (Ecro)
    Gott sei dank wird im Beitrag die Frage, ob ich meine Lieblingsfilme weiterhin ansehen darf, auch wenn sie von "Rotten Apples" auf der roten Liste geführt werden, doch noch mir selbst überlassen. Hatte schon Angst, meine ganzen Videos auf dem Scheiterhaufen der Hysterie und der Heuchelei verbrennen zu müssen!
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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Es wird ja immer schlimmer. Bald kann man gar nichts mehr ohne irgend einen Mahnfinger zu sehen konsumieren. Man könnte meinen, gewisse Leute hätten nichts besseres zu tun. Im Mittelalter nannte man die Ketzer. Heute sind es meist mittellose, um Aufmerksamkeit ringende Blogger/innen. Fürchterlich. Als ob die absolut clean und sauber wären. Wisst ihr was: mir ist es scheissegal, ich schaue das an was mir gefällt!
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  • Kommentar von Niklas Walder (microwave)
    Was für ein Irrtum, wenn man denkt, dass man so einen Weg findet, nur Kulturgüter zu unterstützen und konsumieren, welche ausschliesslich von "frischen Äpfeln" geschaffen wurden. Die öffentliche Aufmerksamkeit ereifert sich momentan ihre prominenten Sündenböcke "Weinstein, Spacey & Co." (die will auch gar nicht in den Schutz nehmen) zu verurteilen! Aber in JEDER Produktion, allem menschlichen Schaffen und wohl auch in jedem Menschen selber steckt doch etwas von einem "rotten apple"!
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