Kontroverse um Taxi-App Uber kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus

Uber ist praktisch, billig und bekannt für seinen skrupellosen Umgang mit seinen Mitarbeitern. Nun ist eine Geschichte aufgetaucht, die den alternativen Taxi-Dienst erneut in ein schlechtes Licht rückt.

Smartphone mit der Uber-App vor einem Lenkrad.

Bildlegende: Ein umstrittenes, aber erfolgreiches Geschäftsmodell: Uber gibt es in über 70 Ländern. Keystone

Mike Isaac, Technologie-Reporter der New York Times, schreibt ein eindringliches Porträt von Travis Kalanick. Sein Fazit: Der Uber-CEO kennt keine Skrupel, wenn es darum geht, Erfolg zu haben. Und Kalanick korrigiert seine Fehler nur, wenn sie entdeckt werden.

So auch in dieser Geschichte aus dem Jahr 2015, die erst jetzt öffentlich wurde: Uber habe heimlich iPhones identifiziert und gekennzeichnet – auch wenn man die App bereits gelöscht hatte.

Verstoss gegen die Apple-Richtlinien

Damit wollte sich Uber angeblich vor Betrügereien der eigenen Mitarbeiter schützen: In China sollen Uber-Fahrer auf verschiedenen gestohlenen Smartphones die App installiert, sich darüber selber Uber-Taxis bestellt und wegen der vielen vermeintlichen Aufträge einen Bonus einkassiert haben.

Porträt Travis Kalanick

Bildlegende: Travis Kalanick gründete Uber 2009. Keystone

Trotzdem verstiess Uber mit seiner «Überwachungs»-Funktion klar gegen die Richtlinien von Apple. Darum sei die Funktion auch blockiert worden, sobald die App in der Nähe der kalifornischen Apple-Firmenzentrale lief.

Cook rügt Kalanick

Davon habe Apple-Chef Tim Cook Wind bekommen. Anfang 2015 brachte er den Uber-CEO Travis Kalanick dazu, die Praktik sofort einzustellen.

Uber reagierte im Technologie-Blog «TechCrunch» auf den Artikel: Einzelne Uber-Nutzer oder deren Standort würden nicht überwacht. Aber die Firma könne auch heute noch Geräte nach dem Löschen der App identifizieren, wenn ein Verdacht auf Betrug bestünde. Inzwischen geschieht das aber offenbar unter Einhaltung der Apple-Vorschriften.

Ausnutzen und klauen

Uber gerät immer wieder in ein schlechtes Licht. Uber-CEO Travis Kalanick sagt man mangelnde Führungsqualitäten nach, in seiner Firma soll ein sexistisches Arbeitsklima herrschen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Selbstausbeutung animiert werden.

Erst kürzlich wurde Kalanick ausserdem vorgeworfen, vertrauliche Informationen aus der Roboterauto-Technologie geklaut zu haben. Und für grosses Aufsehen sorgte das Unternehmen, weil es Ende Januar 2017 einen Anti-Trump-Streik anlässlich des Einreisestopps gebrochen hat.

Die neuerdings aufgedeckte Geschichte reiht sich also ein in eine Folge anderer Skandale rund um den alternativen Taxi-Dienst und seinen umstrittenen CEO Travis Kalanick.

«Uber's C.E.O. Plays With Fire» bei der New York Times

Uber responds to report that it tracked devices after its app was deleted bei TechCrunch

Here Are Some More Terrible Things Uber Has Been Doing bei Slate

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.