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Untersuchung zu Fake News Wer hat die meisten Falschmeldungen auf Facebook?

Achtung, Fake News! Das Onlinemagazin Vice wollte es genau wissen: Welche deutsche Nachrichtenseite verbreitet die meisten Falschmeldungen auf Facebook? Spoiler: Es ist nicht Spiegel Online.

Ein Bildschirm zeigt den Artikel von Motherboard.de
Legende: Die Vice-Journalisten wollten «der Hysterie um Fake News ein paar Daten entgegensetzen». SRF/motherboard

Worum geht’s?

Die Journalisten von Vice wollten der «Hysterie um Fake News ein paar Daten entgegensetzen» und haben knapp 2000 Facebook-Posts von Onlinemedien auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.

Untersucht wurden unter anderem die Facebook-Timelines von traditionellen Nachrichtenmagazinen wie Spiegel Online und Focus.de, aber auch von reinen Onlinemedien wie sputniknews.de. Drei Erkenntnisse bleiben haften:

  • Dreiviertel der untersuchten Nachrichtenposts waren korrekt – von den 1905 Posts wurden 470 als falsch oder irreführend eingestuft.
  • Falschmeldungen laufen aber deutlich besser: Sie werden von Facebook-Nutzern viel öfter geteilt und verbreitet als wahre Posts.
  • Spiegel Online war das einzige Medium, das (in dem untersuchten Zeitraum) keine einzige Falschmeldung hatte.

Warum ist's interessant?

Schon bei der Einteilung in «wahre» und «falsche» Geschichten stiessen die Journalisten auf Schwierigkeiten. Was ist mit den Meldungen, die einen wahren Kern haben, aber so verzerrt oder verkürzt werden, dass man sie nicht als ganz falsch aber auch nicht als akkurat bezeichnen kann? Die Macher von Vice entschieden sich angesichts dieses Problems für eine dritte Kategorie: wahr, falsch und naja.

In die Kategorie «Naja» fallen zum Beispiel die Clickbait-Artikel, die dank reisserischer Schlagzeile viel versprechen, was sie dann nicht halten. Und bei diesen Artikeln liegt das vielleicht grösste Problem, lautet ein Fazit der Vice-Journalisten.

Die Gefahr der Fake News gehe nicht unbedingt von bewusst gefälschten Artikeln aus, sondern von den übertriebenen, zugespitzten, mit grosser Schlagzeile angerührten Meldungen – also Nachrichten, die nicht so ganz wahr sind, und bei denen auch nicht mehr klar ist, was stimmt und was nicht.

Damit werden Nachrichten nicht mehr verlässlich – und das, so Vice, sei genau das Problem, vor dem Beobachter mit dem Begriff «Postfaktisches Zeitalter» warnen.

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

5 Kommentare

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  • Kommentar von René Baron (René Baron)
    Wer ist Vice? Wer sind seine Autoren? Wie wird Vice finanziert? Welche als unabhängig anerkannte Stellen hat diese "Fakten" überprüft? Dass Medien ihre eigenen "unabhängigen" Prüfstellen einrichten ist nichts Neues. Das wird hervorragend im gerade erschienen New York Times Bestseller "The Smear: How Shady Political Operatives and Fake News Control What You See, What You Think, and How You Vote" beschrieben.
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  • Kommentar von René Baron (René Baron)
    Es ist erstaunlich wie ein Medium wie "Vice", das weder kaum einer als Medium (aner)kennt, und was seine Autoren betrifft intransparent bleibt, für sich in Anspruch nehmen kann, über andere Medien soweit erhaben zu sein, dass es deren Qualität beurteilen könnte. Noch erstaunlicher ist es, wenn der Output aus einer der Oeffentlichkeit weitgehendst unbekannten Quelle von Leitmedien wie SRF unreflektiert und ohne Angabe ihrer Autoren, des Vorgehens und Prüfstellen, als "wahr" verkauft wird.
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    1. Antwort von Kathi Lambrecht
      Ganz klar: Die Untersuchung des Onlinemagazins Vice ist keine wissenschaftliche Studie. Aber man kann es als Momentaufnahme betrachten. Ihre Methode und die Erhebung der Daten haben die Journalisten öffentlich gemacht, zu finden hier: https://motherboard.vice.com/de/article/3kanm3/wie-wir-bei-unserer-datenanalyse-uber-falschmeldungen-auf-facebook-gearbeitet-haben
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  • Kommentar von Hanspeter Müller (HPMüller)
    Ausgerechnet jene Portale, die die sogenannten "Mainstream Medien" immer wieder kritisieren und beschuldigen Falschmeldungen zu publizieren haben zwischen 29 und 47% falsche und nicht korrekt wiedergegebene Meldungen aufgeschaltet. Da bekommt der Begriff "Lügenpresse" doch gleich einen völlig neuen Sinn. Auch hier kommen von gewissen Kommentatoren regelmässig Verweise auf Themen aus Epoch Times, RT Deutsch, Huffingon Post und Sputnik News. Holzauge bleib wachsam!
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    1. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      Das Problem der Ära "Internet" ist, dass viele denken sie hätten nun zu jedem Thema das nötige Fachwissen um richtig und falsch ganz nach ihrem Geschmack einzuteilen. Egal ob es um komplexe technische Themen oder Politik geht, man glaubt nir noch das was man glauben will und verbreitet gefährliches Halbwissen oder oft Unwarheiten.
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