Was hinter den Zeichen steckt, auf die wir täglich klicken

Die Piktogramme von USB, Bluetooth oder Ethernet – jeder kennt und erkennt sie. Viele Icons der Computer-Interfaces oder Gadgets erscheinen uns alltäglich, allerdings haben sie eine nicht ganz alltägliche Herkunft. Eine Übersicht über die Zeichen, die wir täglich betrachten, drücken und klicken.

Frau sitzt am Arbeitsstisch hinter Computer, umrundet von Ikonen.

Bildlegende: Wir betrachten, drücken und klicken die verschiedenen Icons täglich. Aber wie viel wissen wir über ihre Herkunft? Getty Images / Icons von The Noun Project

Der An- oder On-Knopf / Power

Ohne ihn läuft nichts: der An-Knopf. Dieses Symbol geht in seinen Ursprüngen ziemlich weit zurück. Im zweiten Weltkrieg wurde von Ingenieuren das binäre System verwendet, um anzuzeigen, welche Schaltkreise aktiviert sind. Eine 1 bedeutete «an», eine 0 «aus». 1973 hat die Internationale Elektrotechnische Kommission einen unfertigen Kreis mit einer Linie darin als «Standby Powerstate» definiert und hält sich auch heute noch daran. Das war für viele allerdings zu vage, besonders für das Institute of Electrical and Electronics Engineers. Dieses änderte die Bedeutung des Symbols kurzerhand in «Power».

Ethernet

Ethernet-Icon

Bildlegende: ZVG

Das Symbol fürs Ethernet wurde – ganz klassisch – von einem Grafiker entwickelt, von dem IBM-Designer David Hill. Laut Hill war das Zeichen Teil eines ganzen Symbol-Sets, das für die verschiedenen lokalen Netzwerke gedacht war. Die Symbolik ist naheliegend: Die verschiedenen, miteinander verbundenen Quadrate stehen für die einzelnen Computer/Server.

Bluetooth

Hinter dem Bluetooth-Symbol verstecken sich Runen. Es sind die Initialen des dänischen König Harald «Blauzahn» Gormson (910-987). Die Herkunft seines Namenszusatzes «Blauzahn» oder «Schwarzzahn» ist unklar und Gegenstand zahlreicher Spekulationen und Volksetymologien. Eine Legende besagt, Haralds Vorliebe für Blaubeeren habe seine Zähne so blau gefärbt. Dass sich die Bezeichnung tatsächlich auf die Farbe der Zähne des Königs bezog, halten Historiker eher für unwahrscheinlich.

Was das nun mit der heutigen Technik zu tun hat? Nun, der erste Bluetooth-Empfänger hatte die (grobe) Form eines Zahnes – und war blau. Auf der Bluetooth Homepage wird ein weiterer Grund der Namensgebung genannt: Die Fähigkeit von König Harald, mehrere Kriegsparteien zu vereinigen – so wie Bluetooth die Verbindung zwischen Computer, Druckern, Mobiltelefonen etc. ermöglicht.

Play-Button / Start-Knopf

Bei diesem Zeichen bleibt die Herkunft im Dunkeln. Das Symbol ist heute in Media-Playern zu finden und auf jedem anderen Gerät, das etwas abspielen kann. Zuerst erschien es auf den Reel-to-Reel-Tape-Decks Mitte der 1960er-Jahre: Die Richtung des Pfeils zeigte dabei die Richtung an, in die sich das Band bewegen würde.

Pause-Zeichen

Auch beim Pause-Zeichen ist die ursprüngliche Bedeutung leider unklar. Während einige ein Symbol für eine offene elektronische Verbindung vermuten, sehen andere ein Stoppzeichen mit einer Trennung in der Mitte. Und in der Musik werden traditionell zwei Striche als Zäsur verwendet, ebenfalls eine mögliche Erklärung der Herkunft dieses Zeichens, wie SRF 3 herausgefunden hat.

Firewire

Firewire-Symbol.

Bildlegende: The Noun Project / Public Domain

Als Apple die Entwicklung des Firewire-Standards Mitte der 1990er-Jahre vorantrieb, suchten die Ingenieure nach einem Symbol, das deutlich wiedergeben würde, was die neue Technologie beherrschen sollte. Firewire war als eine Highspeed-Variante für digitale Audio- und Videogeräte gedacht. So entschied man sich für ein Symbol mit drei Ausläufern, die Video, Audio und Daten repräsentieren sollten.

USB

Bei diesem Symbol stand eine griechische Gottheit Pate – oder besser gesagt ihr Arbeitsgerät: Das USB-Symbol soll an Poseidons Dreizack erinnern. Die Entwickler beschlossen, die spitzen Dreiecke am Ende der Zacken mit Quadrat und Kreis zu ersetzen, um die verschiedenen Peripheriegeräte zu symbolisieren, die mit dem USB-Standard angeschlossen werden können.

@-Zeichen

@-Zeichen

Bildlegende: The Noun Project / Public Domain

Als einziges Symbol auf dieser Liste wurde das @ in die Design-Sammlung des MoMa aufgenommen. Sein Ursprung ist unklar, es gibt viele Hypothesen über die Entstehung. Klar ist nur: Es ist schon Hunderte von Jahren alt. Eine Erklärung lautet, dass es die handschriftliche Verschmelzung der Buchstaben a und d des lateinischen Wortes «ad» (deutsch: an‚ bei, zu) sei. Nach einer weiteren Theorie hat sich das @ aus dem französischen à entwickelt.

Im englischen Sprachraum war das Zeichen schon lange vor dem Aufkommen des E-Mail-Verkehrs in Gebrauch. Das @ zierte bereits 1885 einige amerikanische Schreibmaschinen-Tastaturen und war ein Buchungsbeleg-Kürzel, auch «commercial a» genannt, das soviel bedeutet wie: «in Höhe von».

Bei der Erfindung der E-Mail 1971 wurde nach einem noch ungenutzten Zeichen im Schriftsatz amerikanischer Fernschreiber gesucht, das zwischen Benutzer- und Rechnername gesetzt werden sollte. Der Programmierer Raymond Tomlinson entschied sich dann schliesslich für den sogenannten Affenschwanz.