Audioguide des MoMA Wie putzt man einen Picasso? Mit Spucke

Unser Netzthema des Tages: Ein Audioguide des New Yorker Museum of Modern Art erklärt, wie ein Museum gegen Staub vorgeht: Mit Fleiss und Spucke.

Handy, auf dem der Audioguide des MoMA zu sehen ist. Text: «Nina Katchadourian: The Dustiest Place in the Museum»

Bildlegende: Funktioniert auch ohne Museum: Der Audioguide des MoMA über Staub im Museum. MoMA

Worum geht's?

«Dust Gathering», sich sammelnder Staub, heisst ein Audioguide des Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Darin erklärt die Künstlerin Nina Katchadourian anhand von 13 Orten im Museum, wie man dort mit Staub umgeht.

Den Guide kann man sich online anhören. Das ist auch dann interessant, wenn man nicht gerade in New York ist.

Warum ist's interessant?

Den Kampf gegen Staub kennen wir alle zur Genüge. Doch in einem Museum wird er nachdrücklicher und kreativer ausgefochten als in der eigenen Wohnung. Denn Staub kann in einem Museum viel Schaden anrichten. Er entzieht der Luft die Feuchtigkeit, und das kann Gemälde zerstören. In einem Museum, das täglich von grossen Menschenmengen besucht wird, sammelt sich sehr viel Staub an.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Objekte sehr sperrig sind oder schlecht zugänglich. Bei der Reinigung kommen im MoMA deshalb lange Staubwedel und Hebebühnen zum Einsatz.

Besonders heikel ist die Reinigung der Gemälde selbst. Die Restauratorin Anny Aviram erzählt im Audioguide, wie sie in monatelanger Arbeit einen Picasso reinigt, Millimeter um Millimeter. Dazu verwendet sie ein selbstgebasteltes Wattestäbchen. Und ihre eigene Spucke. Speichel sei am besten geeignet.

Seit sie das wisse, sagt Katchadourian im Guide, schaue sie das Picasso-Gemälde mit ganz anderen Augen an. Solche Anekdoten machen «Dust Gathering» spannend und unterhaltsam.

Für den Audioguide «Dust Gathering» muss man nicht unbedingt nach New York reisen. Anschauungsmaterial zum Thema Staub dürfte jeder bei sich zuhause finden.

Nina Katchadourian

Die armenisch-amerikanische Konzeptkünstlerin setzt sich - meist mit viel Humor - mit ihrer Umgebung auseinander. Besonders lustig sind ihre «Flugzeug-Toiletten-Selbstporträts im flämischen Stil».

Screenshot

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