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Heute vor 145 Jahren: Erstes Telefongespräch
Aus Tageschronik vom 10.03.2021.
abspielen. Laufzeit 04:00 Minuten.
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145 Jahre Telefonie Ein Missgeschick ermöglichte das erste Telefongespräch

Vor 145 fand das erste Telefongespräch statt – dank eines Missgeschicks. Es war Auslöser eines heftigen Streits.

Der allererste Satz, der je über ein Telefon gesagt wurde, war dieser: «Watson, kommen Sie her. Ich muss Sie sehen.» Das war am 10. März 1876. Der Erfinder des Telefons Alexander Bell sprach energisch in den Apparat, den sein Assistent Thomas Watson konstruiert hatte.

Anlass des Telefonats war ein kleines Missgeschick. Die beiden experimentierten bei der Entwicklung des ersten Mikrofons mit Säure und Bell verschüttete diese auf seiner Kleidung. Dass Watson die Stimme seines Chefs hörte, war ein Glücksfall.

Legende: So sah das erste Telefongerät aus. Bell stellte es 1861 der Öffentlichkeit vor. Keystone / AP

Patentstreit und Technologie-Klau

Geklingelt hat das erste Telefon noch nicht. Diese Funktion kam erst später dazu. Revolutionär war die Technik trotzdem: Erstmals war es möglich, mit der eigenen Stimme seine Botschaft an einen anderen Ort zu vermitteln. Im Vergleich zur Telegraphie war das ein wahrer Quantensprung. Der «New York Herald» bezeichnete die neue Apparatur als «beinahe übernatürlich».

Schnell entbrannte ein Streit darum, wer der wahre Erfinder des Telefons war und damit Geld machen durfte. Einen Monat vor dem ersten Telefonat hatte Bells Anwalt als erster das Patent angemeldet. Nur gerade zwei Stunden bevor sein Konkurrent Elisha Gray es ebenfalls versuchte. Als Zweiter blieb Gray erfolglos.

Die Sache hatte einen kleinen Haken: Bell hatte zu diesem Zeitpunkt noch gar kein funktionierendes Telefon entwickelt, die Funktionsweise mit der Säure erwies sich als wenig praxistauglich.

Also kopierte Bell kurzerhand die Technologie seines Widersachers Gray. Die Folge war ein übler Patentstreit. Aus Bells Unternehmen ging später der US Telefon-Riese «AT&T» hervor. Bis heute ist sie eine der wertvollsten Firmen der Welt.

Legende: Alexander Graham Bell mit einem seiner ersten Telefone. Getty Images / ullstein bild Dtl.

Nervige Erfindung

Mit dem Telefon war es erstmals möglich, Kommunikation einzufordern. Mit dem Klingeln nötigte man den Empfänger dazu, seine Tätigkeit zu unterbrechen und sich ganz dem Anliegen des Anrufers hinzugeben. Wen hat nicht schon mal die Grossmutter in einem ungünstigen Moment angerufen?

Der Philosoph Walter Benjamin bezeichnete das Telefon als «gewaltsames Eindringen in die Privatsphäre». Weil sich Sprache damals noch nicht aufzeichnen liess, war die Kommunikation auch erstmals flüchtig. Bells Geschrei hatte also mit einer heutigen Instagram-Story mehr zu tun, als es auf den ersten Blick scheint.

Radio SRF 4 News, Tageschronik, 10.03.2021, 09:17 Uhr;

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Robin Meier  (MeiRo)
    Ich sehe das genauso, Artikel ist interessant hat dann aber doch zuwenig Informationsgehalt. Und kurze Zustimmung/Ablegnungs Zeichen wären gut
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    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Man hatte die Möglichkeit, mehrere Male abzustimmen. Die Resultate entsprachen vielmals nicht der Wirklichkeit.
  • Kommentar von Paula Studer  (Paula Studer)
    Ich fand den Artikel interessant, hätte aber gerne, ohne googeln zu müssen, gewusst, was dieses Missgeschick mit der Säure denn genau bewirkt hat. Vor allem deswegen, weil ja das Wort Missgeschick in der Headline bereits vorkommt. Da hätte man schon gerne eine detailliertere Erklärung dazu. Also ich zumindest. PS: Finde es gar nicht gut, dass es keine Daumen auf/ab mehr gibt, denn so kann man beim Kommentar von z.B. W. Fetzer ec. keinen Haken setzen, um zu sagen, dass man derselben Meinung ist.
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    1. Antwort von SRF Kultur (SRF)
      @Paula Studer Die «Zustimmen/Ablehnen»-Funktion in der Kommentarspalte wies seit einiger Zeit immer wieder technische Defekte auf. Deshalb wurde die Funktion vorübergehend deaktiviert. Unsere IT-Abteilung ist aktuell daran, das Problem zu beheben.
    2. Antwort von Willi Fetzer  ((:-))
      SRF! WIESO bleibt Ihr nicht bei der Wahrheit und schwurbelt so herum?ihr hattet im Febr. geantwortet, dass ihr diese Funktion abschaffen wollt, weil Diskussion dann offener sei! Und Glaubwürdigkeit der Medien sollte doch auch auf der Fahne von SRF stehen!
  • Kommentar von Manuel Cecilia  (Manuel Cecilia)
    Technikgeschichte wird nicht authentischer, wenn man sie durch schlecht eingeführte Analogien zu aktualisieren versucht. Weder braucht es Walter Benjamin, noch die falsche Behauptung, Schall habe man noch nicht aufzeichnen können. Der Phonograph liess letzteres ebenfalls ab 1877 zu.
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