Tweet of the Day Der Schwan verteidigt sein Revier mit Ohrfeigen

Schnarren, grollen, wiehern, fauchen: Das Laute-Repertoire des Höckerschwans ist vielfältig. Sein Revier verteidigt er vehement.

Drei schwäne setzen auf dem Wasser zum Abflug an

Bildlegende: Wir sind dann mal weg: Fliegen ist für Schwäne ein Kraftakt. Imago / McPHOTO

Der Höckerschwan ist eine grosse Ente. Tatsächlich gehört er zur Familie der Entenvögel. Die Grösse ist wirklich imposant: Ein Schwanenmännchen kann eine Flügelspannweite von fast zweieinhalb Metern haben und bis zu 14 Kilogramm wiegen. Schwäne gehört damit zu den schwersten Vögeln, die überhaupt noch fliegen können.

Dass das Fliegen für den Schwan ein ganz schöner Kraftakt ist, kann man gut beobachten, wenn einer aus dem Wasser startet. Es ist, als müsste sich der Schwan beim Start gewissermassen selbst anfeuern. Genau im Rhythmus des Flügelschlags stösst er auch Laute aus.

Grosses Laute-Repertoire

Apropos Laute: Die Sprache des Schwans ist vielfältig: Er kann schnarren, grollen und so etwas wie wiehern.

Wenn er wütend ist, dann faucht er. Überhaupt kann der Schwan sehr aggressiv werden. Er legt grossen Wert auf sein Territorium, das er gegen Artgenossen vehement verteidigt. Ebenso verteidigt er bei Gefahr seine Jungen. Dies tut er mit kräftigen Flügelschlägen – er verteilt gewissermassen Ohrfeigen.

Ein Romantiker

Doch der Schwan hat auch eine romantische Seite: Bei ihm hält die Liebe ewig. Brutpaare, die sich einmal gefunden haben, bleiben oft ein Leben lang zusammen.

Was die meisten Menschen nicht wissen: Ursprünglich war der Höckerschwan bei uns gar nicht heimisch. Er stammt eigentlich aus Nordeuropa und Asien. Seit dem Mittelalter ist er jedoch ein beliebter Ziervogel. Adlige hielten ihn in ihren Parks und Schlossgärten. Verwilderte Schwäne breiteten sich dann über ganz Europa aus.

Zu viele Schwäne

In der Schweiz leben heute zwischen 5000 und 6000 Höckerschwäne. An manchen Orten sind es mittlerweile zu viele. Bauern beklagen sich, weil die Schwäne ihre Wiesen verkoten und das Gras deshalb nicht mehr als Tierfutter taugt.

Obwohl der Schwan in der Schweiz eine geschützte Art ist, hat das Bundesamt für Umwelt deshalb die Erlaubnis erteilt, mancherorts die Bestände zu regulieren: So stechen Wildhüter in der Brutzeit die meisten Schwaneneier mit einer Nadel an, damit jeweils nur ein oder zwei Küken pro Nest schlüpfen.

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur kompakt, 13.04.2017, 08:20 Uhr

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Imago / Nature

Acht Vögel pfeifen diese Tage bei uns ihre Lieder: