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Dein Büsi, die Super-Jägerin
Aus Kultur Webvideos vom 16.02.2021.
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Katzen und Biodiversität Das Büsi, unser Super-Jäger

Sind Katzen Kuscheltiger oder Killer? Sie haben beides in ihren Genen – und jede ist ein bisschen anders. Doch was bedeuten ihre phänomenalen Jagd-Fähigkeiten für die Artenvielfalt?

Katzen sehen, riechen und hören enorm gut, können klettern, springen und schlagen blitzschnell zu. Fast nichts ist vor ihnen sicher - und genau das könnte zum Problem werden.

Katzen jagen so erfolgreich, dass befürchtet wird: Sie könnten die Artenvielfalt gefährden. Auf pazifischen Inseln ist das der Fall: Die einheimischen Arten kennen den Fressfeind Katze nicht. Eingeschleppte Katzen können deshalb Vogel- oder Eidechsenarten bedrohen.

Grosser Büsi-Boom in den letzten Jahren

Und wie sieht es in der Schweiz aus? Hierzulande hat die Zahl der Büsis in den letzten 10 Jahren um 200'000 zugenommen: auf insgesamt rund 1,7 Millionen. Sie sind damit das mit Abstand beliebteste Haustier der Schweiz. Doch sind die Stubentiger auch eine Bedrohung für die hiesigen Arten?

«In der Schweiz sind Katzen nicht das Hauptproblem der Biodiversitätskrise», sagt Madeleine Geiger, Biologin bei SWILD. Weit einschneidender seien Zersiedelung und intensive Landwirtschaft.

Millionen erbeuteter Tiere

Dennoch: Im Frühling erbeuten Büsis zwischen 1,2 und 2,4 Millionen Säugetiere, vor allem Mäuse, und 100'000 bis 300'000 Vögel – jeden Monat.

Bei diesen Zahlen handelt es sich um Schätzungen aufgrund von Hochrechnungen. Präzise messen lassen sich die Büsi-Opfer nämlich nicht. So ist zum Beispiel unklar, wie viele Beutetiere sie nach Hause bringen, und wie viele sie gleich im Feld verspeisen, ohne dass je jemand etwas davon merkt. Studien gehen davon aus, dass nur etwa jedes fünfte Beutetier nach Hause gebracht wird.

Schaden schwierig abzuschätzen

Was diese Verluste für die Wildtierbestände bedeuten, ist ebenfalls schwierig abzuschätzen. Erwischen Katzen vor allem alte und kranke Tiere? Wie gut kompensieren Jungtiere die Jagdverluste? Das ist derzeit noch zu wenig erforscht.

Lösung: Spielen und Fleisch

So oder so: Nicht alle Katzeneltern freuen sich über die «Geschenke» ihrer Schützlinge, oder der Vogelschutz liegt ihnen am Herzen. Was also kann man tun?

Eine gerade publizierte Studie liefert Impulse: Wer täglich einige Minuten mit seiner Katze spielt und ihr fleischhaltiges Futter serviert, kann ihren Jagdtrieb spürbar bremsen. Eine Win-win-Lösung: Die Wildtiere profitieren, ohne dass die Katze in ihrem natürlichen Verhalten eingeschränkt wird. Und die Halter haben im besten Fall auch noch Spass am Spiel.

«Einstein», 18.2.2021, 21.05h, SRF 1;

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19 Kommentare

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  • Kommentar von Jaro Bels  (Gotod)
    Nein die Katze ist nicht schuld, da haben Sie recht. Es hat mich auch schon immer interessiert, wer hat den Begriff „Haustier“ erfunden. Sind die Tiere einfach so, mir nix dir nix einmal in einem Haus freiwillig erschienen?
  • Kommentar von Paul Hänger  (basilea@gmx.de)
    Es gibt viel zu viele freilaufende Katzen, diese dezimieren nachweislich den Bestand an Jungvögeln, Amphibien etc. Rücksichtslose, brutale Jäger, welche alles killen was sich bewegt. Katzen sind Haustiere und gehören ins Haus. Sicher nicht nach draussen wo sie noch alles vollkacken.
  • Kommentar von Reinhard Grunder  (Reinhard Grunder)
    Ach so die Katze ist schuld dass es immer weniger Vogelarten gibt, ich Dummerchen hab immer geglaubt es habe mit der Lebensraumzerstörung durch die Menschen und die Pestiziden die er gebraucht zu tun. Und wenn die Zwangskastration gegen Überpopulation hilft, sollte man damit nicht zuerst beim Mensch anfangen. Das waren nur so Fragen die sich Katzen stellen wenn sie zusammen diskutieren.
    1. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Wenn der Mensch wirklich vom Affen abstammt, frage ich mich, was sich die Affen in den Zoos denken, wenn sie die Menschen beobachten. Vielleicht ist es besser, keine Details zu wissen.
    2. Antwort von Hansruedi Oberholzer  (ReaList12)
      Hahahaha zu guät de Kommentar ,