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ESA schickt Raumsonde zur Sonne
Aus Echo der Zeit vom 07.02.2020.
abspielen. Laufzeit 04:15 Minuten.
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Mission Solar Orbiter ESA wagt den Höllenritt zur Sonne

Die europäische Weltraumorganisation bricht zur Sonne auf. Am Montag schickt sie die Raumsonde Solar Orbiter zu unserem nächsten Stern. Mit an Bord ist auch Technik aus der Schweiz.

Sie ist eine brodelnde Kugel. Liegt – in kosmischen Dimensionen gemessen – verlockend nahe und ist doch unnahbar. Denn die Sonne ist extrem heiss und unberechenbar explosiv.

Ohne Unterlass spuckt sie Unmengen geladener Teilchen ins All und verursacht Sonnenstürme, die bis zur Erde gelangen und hier sowohl Polarlichter ans Firmament zaubern, wie auch unsere Stromnetze lahmlegen können.

Wenig Wissen über die Sonne

Dieses exzentrische Verhalten der Sonne macht es schwierig, sie kennenzulernen. Entsprechend gering ist noch immer das Wissen über sie. Das soll sich mit Solar Orbiter ändern, hofft Säm Krucker, Link öffnet in einem neuen Fenster, Astrophysiker an der Fachhochschule Nordwestschweiz und der University of California in Berkeley: «Mit Solar Orbiter wollen wir näher rangehen».

Eine Raumsonde vor der glühenden Sonne.
Legende: Diese Illustration zeigt, wie nahe die Raumsonde der Sonne kommen soll. Keystone / APA/ESA/ATG MEDIALAB

Solar Orbiter wird sich der Sonne bis auf 42 Millionen Kilometer nähern. Das ist gerade noch ein Viertel der Distanz zwischen Sonne und Erde. Diese Nähe erlaubt es, zumindest einige der erstaunlichsten Verhaltensauffälligkeiten aus neuer Perspektive zu beobachten.

Rätselhafte Phänomene studieren

Dazu gehört ein rätselhaftes Hitze-Phänomen: Die Temperatur an der Sonnenoberfläche beträgt nur etwa 6'000 Grad Celsius. Fast schon gemütlich. Während die Atmosphäre um die Sonne herum über eine Million Grad heiss ist. Irgendwie unlogisch – selbst für Astrophysiker wie Säm Krucker: «Ein Ofen ist am heissesten an der Oberfläche und nicht drumherum».

Im Fall der Sonne ist das anders. Doch was heizt die Atmosphäre auf? Das ist eine der grossen Fragen. Sind es die Eruptionen auf der Sonnenoberfläche? Das ist eine plausible Vermutung. Ob sie stimmt, könnte STIX in den nächsten Jahren beantworten.

Blick auf eine Trägerrakete.
Legende: Startklar: Die Solar Orbiter wird an Bord der Trägerrakete «Atlas V» abheben. ESA–S. Corvaja

Schweizer Teleskop STIX an Bord

STIX ist das Röntgenteleskop an Bord von Solar Orbiter. Säm Krucker hat es mit seinem Team an der Fachhochschule Nordwestschweiz im Verlauf der letzten 20 Jahre entwickelt. Das Teleskop besitzt ein besonderes Gespür für Röntgenstrahlen und könnte damit den entscheidenden Einblick erlangen ins heisse Herz der Sonnen-Eruptionen.

Denn die Röntgenstrahlen aus dem Innern dieser heissen Ströme könnten verraten, ob die geladenen, rasend schnellen Teilchen dort tatsächlich das Zeug haben, die Sonnenatmosphäre um eine Million Grad zu erhitzen.

Platz und Energie sparen

20 Jahre hat Kruckers Team am Röntgenteleskop STIX gearbeitet. Zusammen mit zahlreichen Industriepartnern aus der Schweiz. Diese halfen das Teil klein, leicht und sparsam zu bauen. Die ESA erlaubte nur ein Gewicht von sieben Kilogramm und eine Leistung von 8 Watt. Denn STIX muss sich den Platz und die Energie an Bord von Solar Orbiter mit neun anderen Instrumenten teilen. Diese messen in anderen Wellenbereichen.

Jedes dieser Instrumente ist ein Kompromiss. Nicht die beste Konstruktion, aber eine, die komplementär zu den anderen Geräten arbeitet. Im Zusammenspiel sollen sich die Instrumente ergänzen und grosse Wirkung entfalten. Denn auch im Weltall gilt das Prinzip: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.

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