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Blackout Ohne Strom fällt der Einkauf aus

Der Slogan «Kluger Rat – Notvorrat» klingt altbacken, hat aber weiterhin seine Berechtigung. Denn die Versorgung mit Lebenswichtigem ist gerade heute schneller gestört, als uns lieb ist.

Legende: Video Kluger Rat – Notvorrat abspielen. Laufzeit 4:01 Minuten.
Aus 10vor10 vom 14.04.2014.
  • Bei einem nationalen Stromausfall wäre auch unsere Nahrungsmittelversorgung betroffen: Lastwagen bleiben auf dem Weg zum Grossverteiler auf der Strecke, Ladentüren bleiben zu. Bargeldloses Zahlen nicht mehr möglich.
  • Bis die Versorgung mit dem Nötigsten wieder funktioniert, können Tage vergehen. Diese Zeit gilt es, aus eigener Kraft zu überbrücken.
  • Auf der kürzlich lancierten Onlineplattform und Smartphone-App alertswiss, Link öffnet in einem neuen Fenster stellen Bund und Kantone eine elektronische Vorlage für den persönlichen Notfallplan zur Verfügung.

Die Schweiz ist ein modernes Land auf hohem Niveau. Durchorganisiert, mit einer verlässlichen Infrastruktur. Das Trinkwasser fliesst zuverlässig, der Strom ebenfalls. Das Warenangebot in den Läden ist üppig, der Pizzakurier liefert bald schon rund um die Uhr.

Das Vertrauen in den funktionierenden Alltag geht so weit, dass sich vor wenigen Jahren ein Armeechef mit 300 Litern Mineralwasser zu Hause zum Gespött der Nation machte. Der kalte Krieg sei doch längst vorbei – wer legt denn heute noch einen Notvorrat an?

Verwundbare vernetzte Gesellschaft

«Kluger Rat – Notvorrat» klingt tatsächlich altbacken. In den 1960er Jahren hat der Bund mit dem eingängigen Slogan dafür geworben, den Keller mit «eisernen Vorräten» zu füllen.

Der Slogan hat überlebt, das Konzept hat sich verändert: Weg vom Überdauern einer längeren Krise, hin zum Überbrücken eines kürzeren Versorgungsausfalls.

Dass dieses Szenario eintritt, ist heute wahrscheinlicher denn je. Und es würde unsere hochtechnisierte, vernetzte Wohlstandsgesellschaft ins Mark treffen: Ein nationaler Blackout infolge eines Naturereignisses, einer technischen Panne oder einer Cyberattacke wird den Verkehr gleich grossflächig lahmlegen.

Lastwagen bleiben auf dem Weg zum Grossverteiler auf der Strecke, Ladentüren bleiben zu. Bargeldloses Zahlen? Fehlanzeige. Und sind die höher gelegenen Trinkwasserspeicher erst einmal leer, sitzt die Bevölkerung buchstäblich auf dem Trockenen.

Kurz: Wer keine Vorräte zu Hause hat, kann nicht einfach im Laden um die Ecke einkaufen gehen.

Für eine Woche gerüstet sein

Bis die Lage einigermassen im Griff ist und die Versorgung mit dem Nötigsten wieder funktioniert, können Tage vergehen. Diese Zeit gilt es, aus eigener Kraft zu überbrücken.

Der Massstab für den Notvorrat: Sich gut eine Woche lang daraus versorgen können. Und zwar nicht mit eigens angeschaffter «Astronautennahrung», sondern mit Nahrungsmitteln, die den eigenen Essgewohnheiten entsprechen und im normalen Alltag laufend verbraucht und wieder ersetzt werden.

So ist nicht nur sichergestellt, dass nichts abläuft und verdirbt – wenn es darauf ankommt, entspricht der Notfall-Speiseplan auch den persönlichen Vorlieben.

Infoplattform alertswiss

Auf der kürzlich lancierten Onlineplattform und Smartphone-App alertswiss, Link öffnet in einem neuen Fenster stellen Bund und Kantone nebst zahlreichen Hintergrundinformationen auch eine elektronische Vorlage für den persönlichen Notfallplan zur Verfügung. Der umfasst unter anderem eine Einkaufshilfe für einen angemessenen Notvorrat.

Die Checkliste berücksichtigt Naheliegendes wie Fertiggerichte, Konserven, aber auch WC-Papier, Zündhölzchen, Kerzen oder ein batteriebetriebenes UKW-Radio.

Und die Liste führt eindrücklich vor Augen, wie gross unser täglicher Wasserbedarf ist: Pro Erwachsener werden für Trinken, Kochen und Waschen mindestens neun Liter veranschlagt. Das lässt die Wasservorräte des ehemaligen höchsten Militärs gar nicht mehr so absurd erscheinen.

Thementag Blackout

Thementag Blackout

Was geschieht, wenn in der Schweiz der Strom tagelang ausfällt? Hintergründe, Videos, ergänzende Informationen und Experten-Chats zum Thema:

www.srf.ch/blackout

7 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Die Ch BürgerInnen, müssen sich endlich bewusst werden, wie verschwenderisch wir mit den natürlichen Ressourcen der Welt umgehen! Wie leichtsinnig, verschwenderisch und egoistisch jeder Mann/Frau im Alltag bei sich mit den lebensnotwendigen Elementen (Wasser, Luft, Erde) umgeht? Alle BürgerInnen, müssen bei sich mit dem Verschwendungsstop und wohlüberlegtem Handelnn beginnen, nicht bei den Nachbarn!!
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    1. Antwort von Achim Frill (Afri)
      Frau Casagrande, Sie haben Ihren Artikel am laufenden PC erfasst. Überlegen Sie doch bitte mal, wie viele Ressourcen Sie damit verschleudert haben (Strom, Metall, Kunststoff, seltene Erden, usw). Hören Sie also bitte auf, hier den Moralapostel zu spielen, und instrumentalisieren Sie das Thema bitte nicht für Ihre Öko-Anliegen. Es geht in diesem Thema nämlich nur darum, wie man die Folgen eines Blackouts mit Notvoräten abfedern kann. Mit Ressourcenverschwendung hat es nichts zu tun.
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  • Kommentar von Alfons Bauer (frustriert)
    Ich hab kein Platz für Notvorräte in meiner winzigen Einzimmerwohnung. Ich weiss nicht mal wo der nächste Luftschutzkeller ist, wurde mir nie mitgeteilt.
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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Unser Notvorrat besteht primär aus Brennholz. Da wir (noch) einen Herd haben würde das Zubereiten von warmen Mahlzeiten und das Abkochen von Wasser nicht sofort zum Problem. Das grössere Problem wäre da schon dass wir ca. 90% des übrigen Vorrates in Form von gefrorenen Produkten halten. Da der Gefrierschrank diese Produkte nach Stromausfall nur noch ca. 36h hält wäre ein Plan wie man diesen bei grösseren Ausfällen retten kann zentral. Im Moment kommt mir bloss Einwecken in den Sinn. Ideen?
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    1. Antwort von Achim Frill (Afri)
      Mit dem Inhalt vom Gefrierschrank haben Sie also mindestens 3-4 Tage zu futtern, ehe das Zeugs verdirbt. Und im Winter stellen Sie es einfach raus in die Kälte. Danach einfach mit Büchsenmampf (z.B. Ravioli) weitermachen. Das ist jahrelang haltbar. Damit überbrücken Sie locker 2-3 Wochen. Dauert der Blackout länger, dann hat er sowieso andere Ursachen als technische, und wir sind dann sowieso alle tot.
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