Film-Tipp: A.I. – Künstliche Intelligenz

Erfolgsregisseur Steven Spielberg erzählt in «A.I. – Künstliche Intelligenz» von einem Roboterkind, das die Fähigkeit zu Gefühlen einprogrammiert bekommt. Haley Joel Osment verblüfft durch sein präzises Spiel in diesem futuristischen Märchen, das ursprünglich Stanley Kubrick verfilmen wollte.

Menschen stehen in einem futuristischen, urbanen Vergnügungsviertel. Viele Leuchtreklamen sind zu sehen.

Bildlegende: Verwirrende Vergnügungswelt der Zukunft. SRF/Warner Brothers/Dreamworks LLC

In einer nicht allzu fernen Zukunft, wenn die geschmolzenen Polkappen die Erde weitgehend überschwemmt haben, die technologische Entwicklung aber Riesenschritte gemacht hat, werden Routinearbeiten nicht mehr von Menschen, sondern von Robotern erledigt. Für alles gibt es die Mechanoiden, kurz Mechas – nur nicht für die Liebe. Gefühle sind die letzte umstrittene Hürde in der Entwicklung der Menschmaschinen.

Roboter mit Gefühlen

Dann bietet Cybertronics Manufacturing eine Lösung an: David (Haley Joel Osment), der Prototyp eines synthetischen Kindes, das ganz auf seine Besitzer ausgerichtet ist und bei dem selbst Gefühle aktiviert werden können. Entwickler Henry (Sam Robards) bringt es mit nach Hause zu seiner Frau Monica (Frances O'Connor), die nicht über die Einfrierung ihres unheilbar kranken Sohns Michael hinwegkommt. Zögernd akzeptiert sie den Ersatz aus Kunststoff und Drähten. Weil aber Michael plötzlich genest, wird David wieder überflüssig.

Ausgesetzt

Allerdings hat Monica Davids bedingungslose Liebe für sie und ihren Mann bereits aktiviert. Es gibt nur eine Möglichkeit: Sie setzt das Roboterkind aus. Völlig auf sich allein gestellt in einer bedrohlichen Welt trifft David auf Gigolo Joe (Jude Law), einen synthetischen Liebhaber. Dieser will David helfen, die blaue Fee zu finden, die ihn – so glaubt David – zu einem richtigen Knaben machen kann. Eine wundersame Reise zu den eigenen Wurzeln beginnt für das ungleiche Paar, in dessen Verlauf die zwei am eigenen Leib erfahren müssen, dass Roboter für Menschen noch immer bloss Materialwert haben.

Eine Geschichte, die Kubrick haben wollte

Das anrührende Science-Fiction-Märchen über ein Roboterkind, das wegen der ihm einprogrammierten Gefühle gern ein Mensch aus Fleisch und Blut wäre, geht auf die Kurzgeschichte «Supertoys Last All Summer Long» des Autors Brian Aldiss zurück. Die Rechte daran sicherte sich Regielegende Stanley Kubrick bereits 1979. Da die Spezialeffekte damals für die Umsetzung des futuristischen Stoffes noch zu wenig ausgereift waren, lag das Projekt jahrelang auf Eis. Schliesslich zog Kubrick Spielberg in Betracht, den er für den geeigneteren Regisseur dieses Stoffes hielt. Noch immer kam «A.I.» aber nicht über die Planungsphase hinaus, in deren Verlauf die zwei Kinomacher immerhin einen regen Gedankenaustausch pflegten.

Nach Kubricks Tod 1999 übertrug dessen Witwe Christiane das Projekt «A.I.» Spielberg. Sie wollte, dass es realisiert werde. Der Erfolgsregisseur verfasste das Drehbuch. Nicht nur dass «Stanley neben mir auf der Stuhllehne sass», wie Spielberg scherzhaft bemerkte, er orientierte sich auch an den futuristischen Zeichnungen von Konzeptkünstler Chris Baker, die noch aus der frühesten Planungsphase stammten.

Nach seiner hochgelobten Präsidentenbiographie «Lincoln» (2012) wird sich Spielberg voraussichtlich 2014 mit dem fünften Teil der «Indiana Jones»-Erfolgsreihe wieder leichterer Kost zuwenden. SRF zwei zeigt «A.I. – Künstliche Intelligenz» im Rahmen seiner Spielfilmreihe zum SRF-Schwerpunkt «Roboter wie wir».

Sendeplatz

Sonntag, 13.10. um 23:40 Uhr auf SRF zwei.