Zum Inhalt springen

Verschwendete Lebensmittel Teller statt Tonne: Fünf Tipps gegen Foodwaste

Wir werfen jedes Jahr tonnenweise Nahrung in den Abfall – und verschwenden damit Geld und wertvolle natürliche Ressourcen. Dieses Verhalten zu ändern, ist nicht leicht. Hauswirtschaftslehrerin Kathrine Balsiger von Gunten verrät ihre besten Tricks.

Legende: Video «So vermeiden sie Foodwaste» abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Vom 11.05.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Essen richtig lagern: Nicht alles hält besser im Kühlschrank.
  • Reste verwerten: Auch mit übrigen Schokohasen lässt sich was anfangen.
  • Ekel austricksen: Was nicht schön aussieht, kann im Smoothie wunderbar schmecken.

Essen richtig lagern

«Wer Foodwaste verhindern will, muss sein Essen richtig lagern, Link öffnet in einem neuen Fenster. Zitronen zum Beispiel sollten offen aufbewahrt werden und Luftkontakt haben. Hat man eine Hälfte übrig, macht man am besten gleich etwas damit, eine Limonade oder einen heissen Tee, denn im Kühlschrank gehen Zitronen gerne vergessen.

Überhaupt sollte man den Kühlschrank gut bewirtschaften, Link öffnet in einem neuen Fenster. Besonders hilfreich: Ein Fach markieren mit dem Vermerk «Jetzt essen!» oder einem entsprechenden Symbol. Hier gehören alle Dinge hin, die bald verderben.

Wer als nächstes kocht, plant etwas von diesem Fach ins Menu ein. Und wer etwas naschen möchte, kann sich hier bedienen. Das Schild ist deutlich, es sensibilisiert und man kann das Thema Foodwaste so auch mit den Kindern gut thematisieren.»

Zwei Erdbeeren, eine davon schimmelig, die andere reif und essbar.
Legende: Mit einem gut organisierten Kühlschrank lässt sich Foodwaste einfach vermeiden. Getty Images

Reste verwerten

«Besonders gerne mögen meine Kinder Fotzelschnitten, Link öffnet in einem neuen Fenster aus altem Brot. Es gibt aber noch viele andere gute Resten-Rezepte (zu finden zum Beispiel in diesem Kochbuch, Link öffnet in einem neuen Fenster). Die dauern oft nicht mal besonders lange in der Zubereitung.

Das heisst: Mit Resten kann man ein gutes Menu hinbekommen, auch wenn man im Alltag nicht so viel Zeit hat. Und falls Sie von Ostern noch eine Brigade Schokoladehasen übrig haben und nicht wissen, wohin damit: Sie könnten Schokofrüchte, Link öffnet in einem neuen Fenster damit machen, eine Schokoladencrème oder einen Kuchen, Link öffnet in einem neuen Fenster

Sinne schärfen

«Das wichtigste Werkzeug, um Essen zu beurteilen, sind unsere Sinne. Auf die können wir uns verlassen. Ich empfehle, alle Nahrungsmittel gut zu prüfen, bevor man sie wegwirft. Ein Joghurt zum Beispiel sollte man mit einem Löffel probieren. Es ist meist lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus noch geniessbar. Schimmelt es schon, muss man hingegen sehr vorsichtig sein. Denn viele Schimmelarten sind giftig für uns. Da ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen.»

Ekel austricksen

«Der Ekel schützt uns davor, krankmachende Nahrung zu uns zu nehmen. Doch manchmal ekelt man sich vor Nahrungsmitteln nur schon deshalb, weil sie nicht mehr so schön aussehen: Wenn etwa ein Apfel eine braune Stelle hat oder der Salat welk geworden ist. Dann ist es wichtig, nicht aus Ekel gleich alles wegzuwerfen. Man kann den Apfel zu Mus verarbeiten oder den Salat zu einem Smoothie, Link öffnet in einem neuen Fenster. Aus alten Bananen werden Chips, Link öffnet in einem neuen Fenster oder Shakes, Link öffnet in einem neuen Fenster. Die sind bei den Jugendlichen sehr beliebt.»

Aufs Geld achten

«Foodwaste ist auch eine Frage des Geldes. Wir in der Schweiz können es uns leisten, Essen wegzuwerfen. Aber wäre es nicht noch schöner, sich mit demselben Geld etwas anderes zu gönnen? Einen Kinoeintritt zum Beispiel? Oder eine praktische Maschine, um Smoothies zu machen? Ich finde es auf jeden Fall gut, sich konkret vor Augen zu führen, wie viel Geld man in den Kübel wirft. Jeder Haushalt gibt jährlich etwa 1000 Franken aus für Nahrung, die nicht gegessen wird. Das beeindruckt auch meine Schülerinnen und Schüler im Unterricht immer sehr.»

Sendung: SRF 1, Einstein, 11.5.2017, 22.20 Uhr.

Lehrerin und Bäuerin

Lehrerin und Bäuerin

Kathrine Balsiger von Gunten ist Hauswirtschaftslehrerin am Schulzentrum Rebacker in Münsingen und Präsidentin der Fachkommission Hauswirtschaft beim Schweizer Lehrerverband. Sie hat drei Kinder und bewirtschaftet mit ihrem Mann einen kleinen Bauernhof auf dem Belpberg.

Mehr zum Thema

5 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von Noraset Silarak-Brenner (Leotique)
    Das First-in First-out System ist nur effizient wenn wenn man sich auch daran hält. Lieber nen Plan machen, was man einkaufen will. Wenn wir Essen verschwenden, verschwenden wir nicht nur Lebensmittel sondern auch die Zeit und Energie, die bei der Produktion und beim Transport hineingesteckt wurde. Reste für den Kompost oder das Biogas zu nutzen ist gut, aber die daraus gewonnene Energie deckt gerade mal 1% von dem, was hinein gesteckt wurde.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Noraset Silarak-Brenner (Leotique)
    Wir versuchen möglichst viel einzukaufen um sicherzugehen, dass wir für alle Lebenslagen gesichert sind, das liegt in der Natur von uns Menschen. Wir kaufen also nicht nur die Dinge ein, die wir wirklich brauchen, sondern auch diejenigen Dinge, die wir irgendwann mal brauchen könnten. Oft verderben aber diese Produkte, die irgendwo hinten im Kühlschrank verstaut und vergessen werden, weil man nur schlechten Zugang dazu hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von Thomas Käppeli (thkaepp)
    Was die „Futterindustrie“ ungern hört, ist Kritik an den unter widrigsten Lagerbedingungen empirisch ermittelten Verfalldaten. Denn sie fördern Umsatz und Gewinn. Ich kenne hier einige, in sehr bescheidenen Verhältnissen lebende Menschen, die dieser Indoktrination auch verfallen. Wozu hat uns die Evolution mit Geruchs-, Geschmacksinn und Auge ausgestattet? Eine Beutelsuppe/Konserve „The day after“ dem Müll zu übergeben, ist bekloppt. Ich folgte diesem Konsum-Dogma noch nie und schreibe noch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten