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Unsere Adresse im Universum
Aus Kultur Webvideos vom 14.05.2020.
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Vermessung des Universums Leben wir bald im Graviton-Zeitalter?

Hélène Courtois vermisst das Universum in noch nie dagewesenem Massstab. Ihre Karten bieten nicht nur einen neuen Blick auf das Weltall: Ihre Arbeit könnte unser Leben grundlegend verändern.

Hélène Courtois

Hélène Courtois

Astrophysikerin

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Hélène Courtois ist Professorin für Astrophysik an der Universität Lyon. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Kosmografie, die Beschreibung des Weltalls. Sie untersucht die Verteilung von Materie im Universum. (Bild: Wikimedia / , Link öffnet in einem neuen FensterWarinhari, Link öffnet in einem neuen Fenster)

SRF: Mit Ihren Karten des Universums ermöglichen Sie uns eine neue Sicht auf das All. Hat diese Forschung auch einen praktischen Nutzen?

Hélène Courtois: Wahrscheinlich unmittelbarer, als Sie denken. Ein Beispiel: Um Galaxien überhaupt beobachten zu können, haben Astronomen schon früh lichtempfindliche Bildzellen entwickelt, die Pixel.

Von da an wurden die Pixel dann auch für die Fotografie genutzt. Sie ermöglichten die digitale Fotografie – analog fotografieren heute nur noch Liebhaber.

Unsere Daten könnten die Gesellschaft in Zukunft grundlegend verändern.

Können auch die Resultate Ihrer Forschung unerwartete Alltags-Anwendungen hervorbringen?

Genau. Und das könnte noch viel weiter gehen. Mit unserer Vermessungsarbeit liefern wir nämlich wichtige Daten zu den Gesetzmässigkeiten der Gravitation.

Es mag erstaunen, aber die Gravitation ist ein Naturgesetz, das im 21. Jahrhundert immer noch relativ schlecht verstanden wird. Da man ihre Gesetzmässigkeiten im kosmischen Massstab viel besser untersuchen kann als in einem Labor auf der Erde, könnten unsere Daten die Gesellschaft in Zukunft grundlegend verändern.

Wie das?

Blicken wir zurück: Die Entdeckung des Elektrons hat zur Entwicklung der Elektronik geführt. Stellen Sie sich heute bloss eine Gesellschaft ohne Elektronik vor! Dann kam das Photon, es löst jetzt gerade an vielen Stellen das Elektron ab, zum Beispiel beim Glasfaser-Internet.

Unsere Beobachtungen der Schwerkraft zwischen den Galaxien könnten nun dabei helfen, das von vielen vermutete Graviton zu entdecken, das «Schwerkraft-Teilchen». Das würde ähnlich revolutionäre Auswirkungen haben: Eine Gesellschaft, die auf einer neuen physikalischen Ära mit ganz neuen Technologien basiert.

Sie arbeiten oft mit Frauen zusammen. Das hat mich positiv überrascht, gerade in der Astrophysik.

Sie sind nicht die Erste, der das auffällt. Das freut mich. Aber gleichzeitig muss man ehrlich sein: Im Gymnasium ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern noch ausgeglichen.

Im ersten Studienjahr in der Physik hat es noch etwa 22 Prozent Frauen. Bis zur Stufe der Professorinnen und Professoren sind es dann nur noch etwa 9 Prozent.

Ich will deshalb jungen Frauen ein Vorbild sein und zeigen, dass eine Karriere in den Naturwissenschaften auch für sie möglich ist.

Das Gespräch führte Katrin Hönegger.

Sendung: SRF 1, Einstein, 14.5.2020;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von marc ulrich  (ulrich marc)
    Wieder mal so ein völlig unnötiger, feministischer Schwachsinn, der dem ansonsten interessanten Artikel angedichtet wird. Um Physiker zu werden braucht es Fachwissen, Willen, Intelligenz und Leidenschaft. Hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, und somit haben es Frauen ganz bestimmt nicht schwerer als Männer.
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