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Zum Tod von Stephen Hawking Physik fürs Volk

Der Brite Stephen Hawking war der bekannteste Physiker seit Einstein. Mit ihm ist ein Wissenschafter gegangen, der zwischen den klügsten Köpfen und einem breiten Publikum vermittelte.

Ein Mann im Rollstuhl vor Planeten.
Legende: Hawking 2008 an der George Washington University, als er eine Rede zum Thema «Why We Should Go Into Space» hielt. Keystone

Stephen Hawkings Computerstimme ist verstummt. Der seit vielen Jahren schwerst behinderte Wissenschaftler hatte seine Sätze über ein Spezialgerät einem Sprachcomputer diktiert.

Und gehört wurde er so sehr wohl: Mit seinen populärwissenschaftlichen Büchern – darunter der Bestseller «Eine kurze Geschichte der Zeit» – erreichte er ein Millionenpublikum. Notabene zu so komplexen Themen wie Quantenmechanik, Raumzeit und die Zukunft des Universums.

Wetten dass?

«Hawking war ein ungewöhnlicher Mensch. Er wollte Spass haben am Leben – trotz seiner körperlichen Behinderung. Er hat vieles gemacht, was klassische Akademiker nicht machen würden», so die Physikerin Ruth Durrer von der Universität Genf, Link öffnet in einem neuen Fenster, wo Stephen Hawking immer wieder zu Besuch war.

Stephen Hawking liebte es, Wetten abzuschliessen – nicht selten mit den klügsten Köpfen seiner Zunft. Zum Beispiel darüber, wie das Universum bei seiner Entstehung ausgesehen haben könnte. Oder über die genaue Natur der Schwarzen Löcher. In ebendiesen Bereichen hat Stephen Hawking wichtige Erkenntnisse beigetragen – in Form von Ideen und Theorien.

Die Wette seines Lebens

Immer wieder verlor er Wetten, musste seine eigenen Theorien korrigieren. Doch die allergrösste Wette, vielleicht die Wette seines Lebens, gewann Stephen Hawking haushoch.

Mit 21 erhielt er die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, eine unheilbare Muskel- und Nervenkrankheit. Die Ärzte prognostizierten ihm, dass er innert zwei bis drei Jahren an dieser Krankheit sterben würde.

Doch diese üble Wette gegen sein Schicksal gewann Stephen Hawking: Die Krankheit verlief bei ihm so aussergewöhnlich langsam, dass er Anfang des Jahres noch seinen 76. Geburtstag feiern konnte.

Kein Nobelpreis

Hawking lebte und arbeitete sein Leben lang in England. Er schrieb 1966 seine Doktorarbeit über die damals heftig debattierte Theorie des Urknalls. Er stellte die Theorie auf, dass Schwarze Löcher ganz langsam verdampfen und dabei eine Art Wärmestrahlung abgeben.

«Dass Hawking nie einen Nobelpreis bekommen hat, liegt daran, dass die beobachtbaren oder experimentell zugänglichen Beweise für seine Ideen bis heute nicht gibt», sagt Ruth Durrer.

Stephen Hawking ist tot

In Erinnerung an den britischen Astrophysiker ändert SRFzwei das Programm und zeigt heute um 23:10 Uhr den Spielfilm «Die Entdeckung der Unendlichkeit»

Der Körper gelähmt, der Geist weitgereist

Seine Krankheit, die ihn zunehmend lähmte, gehörte mit zu der Berühmtheit von Stephen Hawking. Viele Menschen waren fasziniert von der Diskrepanz zwischen seinem fast komplett gelähmten Körper und seinem Geist, der so weite Reisen unternahm und die komplexesten Überlegungen durchführte.

Die Physik-Professorin Ruth Durrer meint sogar: «Hätte er diese Krankheit nicht gehabt, wäre er vielleicht nie ein so guter Physiker geworden. Er galt vorher eher als fauler Student, dem alles leichtfiel.»

Vergangene Nacht nun, so teilte seine Familie mit, sei Stephen Hawking friedlich im Schlaf gestorben.

Sendung: Radio SRF 4 News, Rendez-vous, 12:30 Uhr

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2 Kommentare

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  • Kommentar von David Arnold (darnold)
    Es ist verrückt: Ein Mensch der unglaubliches geleistet hat, quasi nur aus Hirn und Kampfgeist bestand und zeigte, wie man das Leben trotz schwierigster Umstände geniessen kann (soweit ich das von aussen beurteilen kann), geht von uns. Zeitgleich ist das Netz voll von aufgehetzten Kommentaren über geopolitische Propaganda. Ist Hawking nicht ein weiterer Beweis, dass negative Emotionen selten zur Problemlösung beitragen? Aber wie üblich ist fluchen halt leichter und befreiender, als denken...
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    Wenn ein Agnostiker auf Gott trifft dann kann er das nur wenn beide Bewusst sind. Alle verweisen beim Wissen auf die Quantenphysiker und diese sagen uns das sie die Quantenphysik genauso wie zum Beispiel die Anestesie nicht wirklich verstehe. Wir nutzen sie nur. In der Mystik wird gesagt das reines Licht der Atem Gottes ist. Und wir müssen Geist sein, sagt die Physik. Mitnehmen können wir aber nur Liebe und ganzheitliches Wissen. Der Rest wird gelöscht. https://youtu.be/9CvJYmvdec4
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