251'000'000'000'000'000'000'000 Joule machen 2015 zum Rekordjahr

Das erste halbe Jahr 2015 war das wärmste seit Messbeginn, also seit 1880. Nicht in der Schweiz, aber gemittelt über die ganze Erde, also über das gesamte Festland und alle Weltmeere. Warum 2015? Zufall? Oder gibt es einen Grund?

Die Weltmeere spielen eine entscheidende Rolle im Klimasystem. Mit dem Klimawandel nimmt die Gesamt-Energie der Erde immer mehr zu. Der grösste Teil der zusätzlichen Energie wird nicht etwa in der Atmosphäre sondern in den Weltmeeren gespeichert: 93%. Und nur 7% werden in der Atmosphäre, im Festland und im Eis gespeichert. Seit 1970 ging eine Energiemenge von 251 Zetajoule in die Ozeane. Das ist eine Zahl mit 21 Nullen. Es entspricht etwa 100 Millionen Mal der Jahresproduktion eines Schweizer Kernkraftwerks. Zwei Drittel der Energie blieb in den oberen Ozeanschichten.

Die Ozeane haben sich also in den letzten Jahre erwärmt und tragen nun zu den Rekordtemperaturen bei. Dazu kommt: In diesem Jahr verändert wieder einmal ein El Niño die Strömung im Pazifik. El Niño ist ein Phänomen, das in Abständen von vier bis elf Jahren auftritt. Es bringt dem Pazifik in der Nähe des Äquators jeweils erhöhte Temperaturen im Oberflächenwasser. Dies trägt ebenfalls zu den Temperatur-Rekorden im 2015 bei. Und nicht nur das: die Prognosen gehen von einem El Niño aus, der so stark ist wie nie seit Beginn der Beobachtungen 1970.

Quellen: NOAA, ClimateCentral