35 Grad sind keine Seltenheit mehr

Spricht man von Hitze meint man in der Schweiz das Jahr 2003. Damals wurde in Grono der Rekordwert von 41,5 Grad gemessen. Längere oder kürzere Hitzewellen gab es in den letzten Jahren immer wieder. 35 Grad kommen in der Zwischenzeit fast jedes Jahr in der Schweiz vor.

Die ersten Hitzetage gab es in Bern schon anfangs Juni.

Bildlegende: Schon im Juni heiss Die ersten Hitzetage gab es in Bern schon anfangs Juni. Christoph Salm

Schon 12 Jahre sind seit der ganz grossen Hitzewelle vergangen. Trotzdem ist der Sommer 2003 noch in aller Munde. Es waren aber damals nicht nur die drei Sommermonate, die extrem heiss waren. Schon im März setzte die ausserordentliche Wärmeperiode ein. Der März war 3 Grad zu warm, und auch der April war überdurchschnittlich warm. Der Mai zeigte sich wieder sehr warm, im Tessin war es der viertwärmste seit Messbeginn. Dann folgte ein wahres Feuerwerk. Der Juni war an vielen Orten der heisseste seit Menschengedenken. Auf der Alpennordseite gehörte er vielerorts zu den fünf heissesten Monaten überhaupt. Es folgte ein Juli der ebenfalls weit über dem Durchschnitt lag, wenn auch nicht auf Rekordniveau. Der August brachte dann das absolute Hitzemaximum und an vielen Orten in der Schweiz gilt der August 2003 nach wie vor als heissester Monat seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen vor 150 Jahren.

2014 war der Pfingstmontag der heisseste Tag des Jahres, er endete allerdings in Basel mit Gewittern.

Bildlegende: Pfingstmontag 2014 2014 war der Pfingstmontag der heisseste Tag des Jahres, er endete allerdings in Basel mit Gewittern. Patrick Blatter

Fast jedes Jahr kürzere oder längere Hitzephasen

Seit 2003 wurden ähnliche Höchsttemperaturen nie mehr erreicht, trotzdem gab es immer wieder Phasen mit grosser Hitze. Vor allem der Juli 2006 war sehr heiss, zum Teil war der Monatsdurchschnitt noch höher als im August 2003, dies vor allem in erhöhten Lagen und im Osten. Mit 35,9 Grad in Sitten war aber der absolute Rekordwert jener Hitzeperiode eher bescheiden. Heiss war es auch im Sommer 2013. Der Juli 2013 gehört ebenfalls zur Top ten der heissesten Monate überhaupt. Der absolute Hitzetag war damals der 27. Juli. In Basel wurden 37,3, in Sitten 37,2 Grad gemessen. Es waren die höchsten in der Schweiz registrierten Temperaturen seit dem Hitzesommer 2003. Nur in den Jahren 2004, 2007 und 2008 lag in der Schweiz die absolute Maximaltemperatur unter 35 Grad.

Wo gibt es die grösste Hitze?

Fragt man nach den Orten mit der grössten Hitze in der Schweiz, dann sind die Antworten eindeutig: Rhonetal, Genf, Basel und Bündner Herrschaft. Dieser Eindruck bestätigt auch die Statistik. Sucht man nach den Jahreshöchsttemperaturen in der Schweiz seit 2003, dann findet man genau diese Stationen. Sechsmal wurde der Jahreshöchstwert in Sitten gemessen (2004, 2006, 2007, 2011, 20012 und 2014), zweimal in Basel (2010 und 2013), zweimal in Genf (2005 und 2009) und je einmal in Chur (2008) und in Grono (2003).

Bis jetzt gilt der 27. Juli 2013 als heissester Tag seit dem Hitzesommer. Bild vom Bürgenstock.

Bildlegende: 27. Juli 2013 Bis jetzt gilt der 27. Juli 2013 als heissester Tag seit dem Hitzesommer. Bild vom Bürgenstock. Rolf Knobel

Wann kommt die grösste Hitze?

Wenn es um grosse Hitze geht, dann ist meistens von den Hundstagen die Rede, diese dauern vom 23. Juli bis zum 23. August. In den letzten 12 Jahren fiel der heisseste Tag des Jahres achtmal auf die Hundstage. Von diesen 8 Rekordtagen, waren 5 im August und 3 entfielen auf das Juliende. Zweimal erlebten wir die grösste Hitze zwar im Juli, aber noch vor den Hundstagen und zweimal wurde die Jahreshöchsttemperatur schon im Juni gemessen. Ganz speziell war es im Vorjahr, als schon der Pfingstmontag, 9. Juni die Jahreshöchsttemperatur brachte mit 36,2 Grad in Sitten. Dieses Jahr ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die aktuelle Hitzewelle für den Jahreshöchstwert sorgt.