April 16: Fast Frühsommer, dann kleine Eiszeit!

Zu Monatsbeginn wurden fast sommerliche Temperaturen erreicht. Danach ging es fast nur noch bergab, und Ende Monat gab es Schneeschauer bis ins Flachland. Im Norden war es trotzdem noch knapp zu warm, im Süden lagen die Temperaturen 2 Grad über dem Schnitt.

Am 24. April schneite es im Diemtigtal dicke Flocken!

Bildlegende: Flockentanz Am 24. April schneite es im Diemtigtal dicke Flocken! Ueli Klossner

Der Start in den April verlief fast sommerlich. Im St. Galler Rheintal wurde am 3. April mit 24,9 Grad die Sommermarke minimal verfehlt. Auf privaten, nicht normierten Stationen wurde dort der Wert von 25 Grad sogar vereinzelt überschritten. Im Mittelland wurden zu diesem Zeitpunkt verbreitet Temperaturen von mehr als 20 Grad gemessen. Danach war der April aber oft unbeständig. War es zunächst noch einigermassen mild, erreichte uns in der zweiten Monatshälfte zum Teil arktische Luft. Schon am 18. April sank die Schneefallgrenze im Osten stellenweise unter 600 Meter, vom 24. April an gab es fast täglich Schneeschauer bis ins Flachland.

Ende Monat versuchte man in der Landwirtschaft den Frost mit Feuern zu bekämpfen.

Bildlegende: Kampf dem Frost Ende Monat versuchte man in der Landwirtschaft den Frost mit Feuern zu bekämpfen. Franz Schweizer

Frost macht Sorgen

In der letzten Aprilwoche war der Frost das ganz grosse Thema, zumal die Vegetation nach der Wärmephase zu Beginn des Monats, aber auch nochmals vom 19. bis 22. April, relativ fortgeschritten war. Schon am Sonntagmorgen gab es in St. Gallen mit -0,4 Grad Frost. Am Montagmorgen lag die Tiefsttemperatur in St. Gallen bei -1 Grad, im Mittelland gab es verbreitet Bodenfrost, so beispielsweise in Zürich mit -1 Grad und in Bern mit -1,5 Grad. Dank Wind war es am Dienstag- und Mittwochmorgen im Mittelland etwas milder, bevor es am Donnerstagmorgen den grossen Frost gab. In Aadorf wurden -4 Grad gemessen, in Grenchen waren es -2,7 Grad. Ganz übel waren die Bodentemperaturen. Am Flughafen Zürich gab es -7,7 Grad, in Visp betrug die Temperatur 5 Zentimeter über dem Boden -11,6 Grad.

Im Süden 2 Grad zu warm

Südlich der Alpen war der April rund 2 Grad wärmer als die klimatologisch relevante Norm der Jahre 1961 bis 1990. Im Norden war der Monat bis jetzt 0,5 bis 1 Grad zu warm.

Im Tessin gab es mit Nordföhn auch längere sonnige Phase, so auch am 24. April.

Bildlegende: Nordföhn Im Tessin gab es mit Nordföhn auch längere sonnige Phase, so auch am 24. April. Anna Witschi

Grau und nass

Praktisch in der ganzen Schweiz war es bis jetzt deutlich grauer als sonst im April. Vor allem der Westen und auch die inneren Alpentälern weisen ein grosses Sonnenscheindefizit auf. Vielerorts gab es nur 70 bis 80 Prozent des üblichen Sonnenscheins. Dazu war es an den meisten Orten zu nass. Extrem unterschiedlich waren die Niederschläge im Tessin. Am Luganersee und im Mendrisiotto fielen nur 20 bis 30 Prozent der üblichen Regenmengen, während im westlichen Tessin zum Teil 50 Prozent mehr Niederschlag als sonst niedergingen. Im Val Bavona fielen rund 380 Millimeter Niederschlag. Nördlich der Alpen gab es in Chur und Basel fast doppelt so viel Niederschlag wie üblich im April, im zentralen Mittelland betrug der Niederschlagsüberschuss meist 20 bis 60 Prozent.

Nur langsam wärmer

Auch am 1. Mai-Wochenende bleiben die Temperaturen noch tief. Am Sonntag muss im Norden wieder mit Schnee unter 1000 Meter gerechnet werden. Erst im Laufe der kommenden Woche dürfte es zögernd wärmer werden. Aber auch im Mai sind weitere Kaltlufteinbrüche durchaus möglich.

Dank einem warmen Start in den April blühte es am 7. April in Bern prächtig.

Bildlegende: Volle Blüte Dank einem warmen Start in den April blühte es am 7. April in Bern prächtig. Luciano Moraschinelli