Bis 85 Millimeter Regen und kräftige Gewitter

Ein wechselhaftes Wochenende liegt hinter uns. Am Freitagabend und am Samstag gab es teils heftige Gewitter, die zu Schäden führten. Am Moléson im Kanton Freiburg fielen innerhalb von 24 Stunden 85 Millimeter Regen.

Seit einer Woche ist es in der Schweiz grau und nass. Auch am Wochenende ging es mit ergiebigen Schauern, teilweise auch Gewittern weiter. Weil die Bäche schon einen hohen Pegelstand aufwiesen und die Hänge teilweise instabil waren, kam es am Freitagabend und am Samstag zum Teil zu lokalen Überschwemmungen und einzelnen Hangrutschen.

Am Freitag Jaun und Ostschweiz

Schon am Freitagvormittag regnete es verbreitet. Nach einer kurzen Pause am Mittag gab es am Abend zum Teil kräftige Gewitter. Sowohl in der Region Jaun, wie in der Linthebene brachten die Gewitter am Abend das Fass wortwörtlich zum Überlaufen. In Plaffeien wurde eine Tagesniederschlagsmenge von 36 Millimetern gemessen, in der Linthebene und im angrenzenden Glarnerland wurden bis 42 Millimeter Regen gemessen. Weil das Zentrum der Schauerzellen selten genau über einen Regenmesser zieht, muss davon ausgegangen werden, dass örtlich noch deutlich höhere Regenmengen fielen.

Hunderte Flecken auf dem Regenradar

Am Samstagvormittag beruhigte sich die Lage vorübergehend. Am Nachmittag kam es in der feucht-warmen Luft bereits wieder zu zahlreichen gewittrigen Regengüsse. Die Regenzellen schossen auf dem Regenradar wie Pilze in die Höhe. Sowohl die Zugbahn, wie auch Dauer und Intensität der Zellen war äusserst schwierig abzuschätzen, da nur schwache und unterschiedliche Windsystem herrschten. Am meisten Niederschlag gab es Richtung Schwarzenburger- und Greyerzerland. Zwischen Samstagmittag und Sonntagmorgen gingen am Moléson rund 85 Millimeter Regen nieder. Ergiebig Regen gab es erneut in Plaffeien mit knapp 30 Millimeter Regen, in Thun mit 39 Millimetern und in Eggiwil mit 35 Millimetern.

Eine Brücke über die Aare. Das Wasser reicht fast bis zur Unterkante der Brücke.

Bildlegende: Hochwasser an der Aare Nach den intensiven Regenfällen führt die Aare in Bern Hochwasser. David Volken

Überschwemmter Garten in Neuenegg

Bildlegende: Neuenegg unter Wasser Nach intensivem Regen stand die Gemeinde Neuenegg am Samstagabend unter Wasser. Rolf Zbinden

Kräftiger Regen auch im Osten

Ähnliche Niederschlagsmengen gab es auch im Osten. Auf dem Hörnli im Zürcher Oberland gingen 49 Millimeter Regen nieder, in Altendorf im Kanton Schwyz 44 Millimeter. In diesen Gebieten waren es nicht nur Gewitter, sondern in der Folge länger anhaltende Regenfälle, die für Probleme sorgten. Auch im Tessin gingen am Abend kräftige Gewitter nieder, die rund um Locarno zum Teil bis 30 Millimeter Regen innerhalb von rund 60 Minuten brachten.

Lokal doppelter Juliregen

In den ersten zwei Juliwochen gab es so viel Regen, wie normalerweise im ganzen Monat. Auch hier schwingt die Station Moléson obenaus. Mit 284 Millimeter Regen gab es dort 2,5 Mal so viel Regen wie sonst im ganzen Monat Juli. An vielen Orten in der Romandie liegen wir schon jetzt bei rund 150 Prozent der üblichen Regenmenge.

Ein Wolkenrüssel ragt aus der Wolkenschicht heraus.

Bildlegende: Wasserhose über dem Zürichsee Am Sonntagabend war am Zürichsee eine Wasserhose zu beobachten. Junior Curz

Wolke mit vielen Fallstreifen.

Bildlegende: Schauerzelle Am frühen Abend konnte über Bremgarten eine Schauerzelle beobachtet werden. Elisabeth Meier

Ab Dienstag kehrt der Sommer zurück

Auch am Sonntagabend sind nochmals einzelne heftige Gewitter möglich. Bis am Montagnachmittag halten die Regengüsse noch an. Lokal muss noch einmal mit 10 bis 25 Millimeter Regen gerechnet werden. Am Dienstag zieht endlich ein Hoch auf. Es sorgt von Mittwoch bis Freitag für eine hochsommerliche Wetterperiode mit Temperaturen zwischen 26 und 30 Grad, im Wallis bis 32 Grad. Bis Freitag bleibt es an den meisten Orten trocken.