Das Leid von Tief «Christa»

Normalerweise haben Tiefdruckgebiete ein spannendes Leben: Sie wirbeln Fronten umher und dürfen stürmen. Doch es gibt auch die Pechvögel unter den Tiefs, wie in dieser Woche «Christa».

Das Leben eines Tiefdruckgebietes könnte so richtig spannend und wild sein: Es entsteht über dem Atlantik und zieht Richtung Kontinent. Auf dem Weg nach Osten treibt es Warm- und Kaltfronten vor sich her. Zudem bringt es Sturm oder gar Orkan.

Pechvogel Tief «Christa»

Doch einigen Tiefdruckgebieten bleibt dieses turbulente Leben verwehrt. Genau so ergeht es Tief «Christa» in den kommenden Tagen. Im Moment sieht es zwar für «Christa» noch vielversprechend aus, das Tief ist vom Atlantik Richtung Nordmeer gezogen. Doch das Unheil lauert bereits über Osteuropa. Dort hat sich das stabile und mächtige Hochdruckgebiet «Peter» fix installiert. Gegen dieses Hoch hat «Christa» nicht die geringste Chance. Dem Tief bleibt somit nichts anderes übrig, als noch etwas südwärts zu ziehen und danach über Mitteleuropa zu vergammeln.

Pech für die Meteorologen

Bei solchen Wetterlagen können einem nicht nur das Tief, sondern auch die Meteorologen in Mitteleuropa leid tun. Ein sterbendes Bodentief mit sehr kalter Luft in höheren Luftschichten bringt nämlich wechselhaftes und kühles, im Detail aber kaum prognostizierbares Wetter. Solche Kaltlufttropfen sind deshalb unter den Meteorologen weltweit unbeliebt. Im englischsprachigen Raum gibt es das Sprichwort: «Cut-off low, forecasters woe». Dies heisst übersetzt: «Kaltlufttropfen, des Meteorologen Leid».