Das Märzwetter: Kühler Start in den Frühling!

Nachdem es monatelang in der Schweiz viel zu warm war, entsprach der März 2016 gerade noch dem langjährigen Schnitt. Auch die Zahl der Sonnenstunden lag im Bereich des Durchschnitts. Dagegen war es an den meisten Orten zu trocken. Nicht so im Tessin: Lugano erlebte am 5. März ein Schneechaos!

In Maloja meldete sich die Sonne schon am 6. März zurück.

Bildlegende: Nach dem Schneefall In Maloja meldete sich die Sonne schon am 6. März zurück. Linda Giovanoli

Kaum riefen die Meteorologen am 1. März den Frühling aus, gingen die Temperaturen deutlich zurück. Auch wenn es zur Monatsmitte längere Hochdruckphasen gab, blieben die Temperaturen bescheiden. Dafür verantwortlich waren einerseits klare Nächte, anderseits auch Nebel- oder Hochnebelfelder über dem Mittelland, die eine starke Erwärmung verhinderten. So lagen die Temperaturen im zentralen und westlichen Mittelland im Bereich der klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990. Im östlichen Mittelland lagen die Temperaturen sogar an vielen Orten rund ein halbes Grad unter der Norm. Nur im Süden war es knapp 1 Grad zu warm. Nimmt man als Referenz die Jahre 1981 bis 2010, dann war es im ganzen Land zu kalt, im Osten stellenweise sogar 1 bis 1,5 Grad.

Der Passwang war am 20. März knapp über der Nebelschicht!

Bildlegende: Nebel über dem Flachland Der Passwang war am 20. März knapp über der Nebelschicht! Franz Schweizer

Vor allem um die Monatsmitte sonnig

Trotz tiefer Temperaturen gab es an den meisten Orten in der Schweiz zumindest durchschnittlichen Sonnenschein. Vor allem um die Monatsmitte war es sehr sonnig. Dabei wurden vor allem die Hochalpen und die Alpensüdseite mit Sonne satt verwöhnt. Kein Wunder gab es beispielsweise auf dem Jungfraujoch rund 30 Prozent mehr Sonnenscheinstunden als in einem durchschnittlichen März. Im Mittelland fiel die Monatsmitte auf Grund von Nebel- und Hochnebel nur teilweise sonnig aus.

Am 5. März versank das Tessin im Schnee, so auch Giubiasco.

Bildlegende: Des Guten zu viel! Am 5. März versank das Tessin im Schnee, so auch Giubiasco. Adriana Coupek

Schneekettenpflicht in Lugano

Ein Blick in die Niederschlagsstatistik lässt für die Alpensüdseite nichts besonders erkennen. Die Monatssummen des Niederschlages entsprechen ziemlich genau dem langjährigen Märzwert. Dabei geht ein Extremereignis fast unter. Am Samstag, 5. März fielen in Lugano 75 Millimeter Niederschlag. Weil ein ziemlich grosser Anteil als Schnee fiel, ging auf den Strassen fast gar nichts mehr. Auf jeden Fall sahen sich die Behörden genötigt, eine Schneekettenpflicht auszurufen, dies notabene auf einer Meereshöhe von knapp 300 Metern. Abgesehen von diesem Ereignis blieben die Niederschlagsmengen im Mittel- und Südtessin im März sehr gering. Auch nördlich der Alpen war der März 2016 zu trocken.

Strahlenden Sonnenschein gab es am 19. März nicht nur im Sertigtal.

Bildlegende: Traumwetter Strahlenden Sonnenschein gab es am 19. März nicht nur im Sertigtal. Richard Pichler

Jetzt kommt der Frühling

Zurzeit ist die Vegetation auf der Alpennordseite rund 5 Tage im Rückstand. Das wird sich in den kommenden Tagen ändern. Die Temperaturen steigen deutlich an, und weil es dazu immer wieder etwas Niederschlag gibt, dürfte es in den kommenden Tagen bei uns richtig grün werden. Bereits am Donnerstag steigen die Temperaturen auch im Norden gegen 20 Grad an, und in den Föhngebieten ist sogar der erste Sommertag, also ein Höchstwert von 25 Grad oder mehr, nicht komplett ausgeschlossen. Der Frühling ist also voll in den Startlöchern!