Das Wochenende: Fast 35 Grad und Rekordregen

Das zweite Juli-Wochenende brachte wieder Wetterextreme. Am Samstag stiegen die Temperaturen bis auf 34,8 Grad, dann gab es vor allem im Aargau Schadensgewitter. Auf Sonntag folgte nochmals eine Tropennacht, bevor am Sonntagnachmittag neue Gewitter aufkamen.

Sonnenaufgang über dem Greifensee, alles in Gold getaucht.

Bildlegende: Greifensee Am Samstagmorgen war es fast wolkenlos, so über dem Greifensee. Rene Sami

Einmal mehr im Sommer 2017 jagten sich die Extremereignisse. Schon am Samstagmorgen wurde stellenweise eine Tropennacht verzeichnet. In Vevey sank die ganze Nacht die Temperatur nicht unter 22 Grad. Eine Tropennacht gab es unter anderen auch in Basel, Gersau, Sevelen und in Lugano. Es wunderte wenig, dass bei viel Sonnenschein die Temperaturen am Samstag rasch in die Höhe schnellten. In Sitten wurde mit 34,8 Grad der Tageshöchstwert gemessen. Es war die bisher zweithöchste Temperatur in diesem Jahr in der Schweiz. Der absolute Rekord von 36,0 Grad, ebenfalls in Sitten gemessen am 23. Juni, wurde aber nicht erreicht. Vor allem im Osten des Landes war es am Samstag sehr heiss. Am Flughafen Zürich gab es 34,0 Grad, in Sevelen 33,8 Grad.

Die Unwetterzelle droht wie eine graue undurchsichtige Wand.

Bildlegende: Die graue Wand Blick auf die Unwetterzelle auf der A1 zwischen Oensingen und Härkingen. Nandor Szabo

Heftige Gewitter gegen Abend

Am späteren Nachmittag platzten Gewitter in die Julihitze. Am stärksten getroffen wurde der Oberaargau, das Suhren- und Wynental. In Wynau und Unterkulm wurden insgesamt 77 Millimeter Regen gemessen. Dies war in Wynau der höchste je gemessene Tageswert. In Unterkulm war es der höchste je im Juli registrierte Tageswert. Der absolute Tagesrekord liegt dort bei 94,9 Millimeter und datiert vom 18. Mai 1994. Für die Überschwemmungen entscheidend war aber vor allem, dass der Hauptniederschlag in nur zwei Stunden fiel, und der Hagel teilweise die Abläufe verstopfte. Kräftigen Gewitterregen gab es aber auch in anderen Gebieten der Schweiz. In Cressier fielen 39,3 Millimeter, in Lauterbrunnen 30,9 und in Engelberg 30,4 Millimeter Regen. In der Nähe der Gewitter kam es teilweise auch zu heftigen Böen. In Interlaken wurden 105 Kilometer pro Stunde gemessen und auf dem Üetliberg 101 Kilometer pro Stunde. In der Nacht auf Sonntag wurden dem Jurasüdfuss entlang verbreitet 90 bis 100 Kilometer pro Stunde verzeichnet, der Chasseral meldete mit 119 Kilometer pro Stunde sogar eine Orkanböen.

Hagelkörner so gross wie ein 20 Rappenstück auf der Hand des Betrachters

Bildlegende: Brittnau Um 17.20 Uhr wurde Brittnau von schwerem Hagel heimgesucht. Robert Schenker

Am Sonntag neue Tropennacht

Auch der Sonntag startete im Westen und Süden zum Teil wieder mit einer Tropennacht. Sowohl in Genf, wie in Pully und Vevey als auch in Evionnaz im Unterwallis sanken die Temperaturen die ganze Nacht nicht unter 20 Grad. In Lugano wurde es in der Nacht zum Sonntag nicht kühler als 22,2 Grad.

Blick auf den Fluss Landquart am Samstagmittag. Er hatte auch ohne Regen viel Wasser.

Bildlegende: Starker glazial Abfluss In der Höhe schmelzen Schnee und Eis extrem. So hatte die Landquart bei Klosters viel Wasser. FB

Wolken dämpften die Gewitter

Am Sonntag machte sich die Sonne deutlich rarer als am Samstag. Die Folge: Es war deutlich weniger heiss. Immerhin: Die Temperaturen stiegen im Rhonetal bis auf 28,4 Grad, und auch an der Aaremündung wurden 27,7 Grad gemessen. Die vielen Wolken dämpften das allgemeine Gewitterrisiko. - Aber nicht vollständig! In Vevey gingen am Sonntagnachmittag in weniger als einer Stunde ebenfalls gut 27 Millimeter Regen nieder, und auch im Wägital gab es am Nachmittag ein kräftiges Gewitter. Auch südlich der Alpen lag feuchtwarme Gewitterluft. In Lugano und Chiasso wurden mehr als 28 Grad gemessen. Um die Mittagszeit traf eine Gewitterzelle das westliche Tessin. In Airolo fielen innert kürzester Zeit 22,9 Millimetern Regen. Bis am Montagabend sind generell immer noch lokale Schadensgewitter möglich.