Die Welt tickt aus: CO₂-Konzentration und Globale Erwärmung

Die jährliche Zuwachsrate vom atmosphärischen Kohlendioxid (CO₂) war im 2015 so hoch wie noch nie seit Messbeginn. Gleichzeitig erlebt die Erde seit Mai 2015 Monat für Monat Rekordwärme.

Mitten im Pazifik auf Big Island Hawaii wird auf dem Vulkan Mauna Loa auf rund 3400 m ü.M. seit 56 Jahren die Konzentration vom atmosphärischen CO₂ gemessen. Diese wird in «parts per million (ppm)» angegeben - übersetzt, «Teile von einer Million».

Über 400 ppm

Vor dem 19. Jahrhundert lag die Konzentration bei etwa 280 ppm, heute liegen wir bereits knapp über 400 ppm. Im 2015 war die jährliche Zuwachsrate der CO₂-Konzentration so hoch wie noch nie seit Messbeginn auf dem Mauna Loa (1958). In den letzten 4 Jahren stiegt die Konzentration von Jahr zu Jahr um rund 2 ppm im Schnitt. Im 2015 waren es sogar über 3 ppm.

El Niño

Dieser Sprung kann teilweise auf das heftige El Niño-Jahr 2015 zurückgeführt werden, aber heftige El Niño Jahre gab es auch schon in der Vergangenheit. Beim letzten starken El Niño 1997/98 wurde kein Sprung in der CO₂-Konzentration nachgewiesen. Das letzte Mal als die CO₂-Konzentration rasant anstieg, war zwischen in einer Zeitspanne zwischen 17'000 und 11'000 Jahren vor heute. Im Vergleich zu dieser Zeitspanne steigt die CO₂-Konzentration allerdings heute etwa 200 mal schneller. Vor der Industriellen Revolution unterlag die Konzentration einem natürlichen Prozess, heute explodiert sie - so die Klimawissenschaftler vom NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration). Verantwortlich für den starken CO₂-Anstieg wird die stetig hohe Emission von fossilen Brennstoffen gemacht.

März und schon wieder Rekord-Wärme

Der März 2016 bekam erneut den Stempel Wärme-Rekord. Vielerorts auf der Erde lag die Temperaturabweichung auch in diesem Monat über dem langjährigen Mittel. Nun ist es global gesehen bereits der elfte Monat in Folge, der einen Wärme-Rekord verzeichnete. Auch der angebrochene Monat April ist laut der amerikanischen Wetterbehörde auf dem Weg zum Rekord. Nebst dem Anstieg von CO₂ und anderen Treibhausgasen, spielte zumindest teilweise das extreme El Niño-Jahr eine wichtige Rolle bei der erhöhten globalen Temperatur. Die Erde scheint zu schwitzen.