Bis 25 Millimeter Regen Erste heftige Gewitter des Jahres

Am Sonntagabend und in der Nacht zum Montag gab es in der Ostschweiz die ersten heftigen Gewitter. Am Seerücken im Kanton Thurgau gab es stellenweise mehr als 25 Millimeter Regen und rund 750 Blitze.

Ein nächtlicher Blitz schlägt in den Boden ein.

Bildlegende: Erste Gewitter Auf dem Seerücken entluden sich schon mehr als 750 Blitze. Raphael Siegrist (Archiv)

Schon am zweiten Tag des Sommerhalbjahres entluden sich in der Ostschweiz die ersten heftigen Gewitter des Jahres nördlich der Alpen. Eine Störungszone brachte schon am frühen Abend erste kräftige Gewitter im Allgäu knapp östlich der Schweiz. Die Gewitterzone verschob sich im Laufe des Abends weiter nach Westen. Gegen 10 Uhr gingen Gewitter auch im Grossraum St. Gallen nieder. Danach zog die Gewitterzelle weiter über den Kanton Thurgau und den Nordosten des Kantons Zürich. Über dem Kanton Schaffhausen verlor die Zelle am Morgen um 3 Uhr an Energie und löste sich auf.

Grösste Niederschlagsmengen im Thurgau

Die heftigsten Regengüsse gingen über dem Kanton Thurgau nieder. Auf dem Seerücken gab es knapp 26 Millimeter Regen, davon fielen allein 17 Millimeter in einer Stunde. In Bischofszell fielen insgesamt ebenfalls knapp 25 Millimeter Regen. Zweistellige Regenmengen wurden auch aus St. Gallen, Schaffhausen, Ramsen, Lohn und Winterthur gemeldet, sonst blieben die Regenmengen bescheidener. Dazu gab es schon heftige Blitze. Auf der Messstation auf dem Seerücken wurden über das ganze Ereignis gesehen, mehr als 750 Blitze registriert.

Gewitter nicht nur im Hochsommer

Heftige Gewitter treten primär im Hochsommer auf. An heissen Tagen kann es bei einer labil geschichteten Luftmasse zu Hitzegewittern kommen. Auch sommerliche Kaltfronten können zu starken Gewittern führen. Gewitter gibt es aber auch im Frühling immer wieder. Da sich die bodennahe Luft schon stark aufheizen kann, in der höheren Atmosphäre die Luft zum Teil aber noch fast winterlich kalt ist, sind Gewitter im Frühjahr keine Überraschung. Meist sind solche Gewitter aber nur von kurzer Dauer und treten bei typischem Aprilwetter auf. Am Sonntagabend erlebten wir eine Kombination der verschiedenen Wetterphänomene. Eine organisierte Störungszone mit kalter Luft zog von Südosten über die Alpen, dazu war die Luft in der Höhe kalt. Am Boden war es aber warm. Noch am späten Abend lagen die Temperaturen in der Ostschweiz zwischen 10 und 13 Grad, nachdem es am Nachmittag verbreitet zwischen 15 und knapp 18 Grad gegeben hatte. Auch heute (Montag-)Nachmittag sind lokale Gewitter nicht ausgeschlossen.

Sonne scheint durch Wolkenlücken auf einige Nebelschwaden.

Bildlegende: Der Morgen danach Nach dem starken Regen stiegen am Montagmorgen in Sulgen Nebelschwaden auf. Philip Messmer