Unwettergefahr bleibt bestehen Gewitterserie: Schon wieder hat’s gekracht!

Am Sonntagabend entluden sich teilweise wieder heftige Gewitter. Betroffen waren vor allem der Grossraum Zürich und die Zentralschweiz. Dies, nachdem bereits am Samstag ein Gewitter im Kanton Aargau Millionenschaden verursachte. Auch heute Montag sind heftige Gewitter wahrscheinlich.

Doppelter Regenbogen über Birrhard.

Bildlegende: Hinter der Front Hinter der Gewitterlinie war in Birrhard ein schöner Regenbogen zu bewundern. Franziska Läber

Die Luftmasse ist explosiv und entsprechend kommt es momentan auch immer wieder zu heftigen Gewittern. Am Sonntagabend gegen 19 Uhr brach ein heftiges Gewitter über Zürich und die angrenzenden Gemeinden herein. Am Zürichberg wurden in weniger als zwei Stunden 27 Millimeter Regen gemessen, in Opfikon waren es rund 25 Millimeter. Die gleiche Gewitterzelle hatte bereits eine Stunde früher im Entlebuch starken Regen gebracht. In Flühli/LU fielen in weniger als 60 Minuten fast 35 Millimeter Niederschlag. Dies war aber nicht die einzige Gewitterzelle, die gestern für Starkregen sorgte. Bereits Mitte Nachmittag war das Waadtland von heftigen Gewitter betroffen. Auch in Vevey goss es zeitweise wie aus Kübeln. Innerhalb von weniger als einer Stunde fielen dort 27 Millimeter Niederschlag, und auch in Les Avants und im freiburgischen Marsens gingen insgesamt mehr als 25 Millimeter Regen nieder.

Blick von Uffikon zum Pilatus. Der Gipfel steckt noch in weissen Restwolken.

Bildlegende: Blick zum Pilatus Am Pilatus blieb der Niederschlag mit gut 5 Millimetern am Sonntag vergleichsweise bescheiden. Beat Waldisberg

Samstagabend war noch heftiger

Schon am Samstagabend platzten Gewitter in die Julihitze. Am stärksten getroffen wurde der Oberaargau, das Suhren- und Wynental. In Wynau und Unterkulm wurden insgesamt 77 Millimeter Regen gemessen, also mehr als doppelt so viel wie beim Zürcher Gewitter vom Sonntag. Die 77 Millimeter waren in Wynau der höchste je gemessene Tageswert. In Unterkulm war es der höchste je im Juli registrierte Tageswert. Der absolute Tagesrekord liegt dort bei 94,9 Millimetern und datiert vom 18. Mai 1994. Für die Überschwemmungen am Samstag entscheidend war aber vor allem, dass der Hauptniederschlag in nur zwei Stunden fiel, und der Hagel teilweise die Abläufe verstopfte. Kräftigen Gewitterregen gab es am Samstag aber auch in anderen Gebieten der Schweiz. In Cressier fielen 39,3 Millimeter, in Lauterbrunnen 30,9 und in Engelberg 30,4 Millimeter Regen.

Gewitterzelle nahe der Autobahn zwischen Oensingen und Härkingen.

Bildlegende: Monstergewitter am Jurasüdfuss Das Schadensgewitter vom Samstag. Nandor Szabo

In Gewitternähe Böen

Im Zusammenhang mit Gewittern und den scharfen Temperaturgegensätzen kommt es auch immer wieder zu extremen Böen. Am Sonntagnachmittag wurde die stärkste Böe am Genfersee bei Le Bouveret mit 101 Kilometer pro Stunde gemessen, und auch auf dem Moléson in den Freiburger Alpen wurden 98 Kilometer pro Stunde registriert. Schon die Gewitter am Samstagabend hatten für heftige Böen gesorgt. In Interlaken wurden 105 Kilometer pro Stunde gemessen und auf dem Üetliberg 101 Kilometer pro Stunde. In der Nacht auf Sonntag verzeichnete der Chasseral mit 119 Kilometer pro Stunde sogar eine Orkanböen.

Die Sache ist nicht ausgestanden

Auch heute Montag muss wieder mit heftigen Gewittern gerechnet werden. Sie bringen voraussichtlich auch wieder Starkregen, Hagelschlag und Sturmböen. Am grössten scheint die Gewittergefahr vor allem gegen Abend. Am Dienstag dürfte es voraussichtlich nur noch vereinzelt Gewitter geben, dies vor allem an den Voralpen und im Süden.

Hagelkörner so gross wie das 20 Rappen-Stück.

Bildlegende: Rothrist Hagelkörner am Samstagabend in Rothrist Sandra Wyss